Reederei erlässt Benimmregeln für Gäste
8. Juni 2025
Ahoi, Ihr Lieben!
In dieser Woche ging es für mich – und für eine Gruppe von euch – nach Vancouver. Etwas über neun Stunden Flugzeit ab Frankfurt, also gar nicht so weit, wie man sich das für einen Ort an der amerikanischen Westküste vielleicht vorstellt. Mein erster Eindruck: eine wunderschöne Stadt. Fast wie eine Mischung aus Manhattan und Norwegen – Hochhäuser, Wasser, Berge, alles auf einmal.
Die ersten Tage waren natürlich vom Jetlag geprägt. Wer kennt das nicht – man wacht plötzlich um kurz vor vier auf und fragt sich, ob man schon frühstücken kann. Seit gestern sind wir nun an Bord der Koningsdam von Holland America Line – und entdecken gemeinsam die Küste Alaskas.
AIDAsehen über den Wolken
Dass ich hier und da mal angesprochen werde, ist nichts Ungewöhnliches. Und dass eine Flugbegleiterin weiß, wie ich heiße – auch nicht. Schließlich steht mein Name auf ihrer Liste. Auf dem Flug von Frankfurt nach Vancouver kam nun aber beides zusammen. Amelie stellte sich vor, sie arbeitete an Bord – und in diesem Fall wurde es eine wirklich witzige Geschichte.
Denn Amelie erzählte, dass sie früher bei AIDA als Outdoorguide gearbeitet hat. Und tatsächlich: Wir sind uns schon einmal persönlich begegnet – und zwar vor laufender Kamera. Hunderttausende waren Zeugen.
Vor zwei Jahren lief im NDR eine Reportage über mich, für die wir auf der AIDAperla gedreht haben. Amelie war damals an Bord – und hat mich für den Klettergarten eingekleidet: Helm, Gurt, Karabiner. Sie ist sogar kurz in der Reportage zu sehen.
Und jetzt steht sie da, zwei Jahre später, in Lufthansa-Uniform – über den Wolken. Man sieht sich eben immer zweimal im Leben. Manchmal früher, als man denkt.
Kreuzfahrt mit Regeln – Carnival zieht die Leine straff
Öffentliches Telefonieren mit dem Smartphone – über Lautsprecher natürlich – ist eine der nervigsten Unarten unserer Zeit. In Zügen, Wartehallen oder Cafés: Man kennt nicht nur die Stimme des Anrufers, sondern bekommt auch noch die Antwort der Tante aus Buxtehude ungefragt serviert. Carnival Cruise Line hat darauf offenbar keine Lust mehr - auch wenn es da eher Baltimore als Buxtehude sein dürfte.
In einem umfangreichen Regelwerk definiert die Reederei nun, was an Bord künftig erlaubt ist – und was nicht. Keine tragbaren Lautsprecher mehr, keine Nutzung der Smartphonelautsprecher, keine Jugendlichen unter 18 nach 1 Uhr allein unterwegs, kein Rauchen außerhalb ausgewiesener Bereiche. Wer eine Kippe ins Meer wirft, zahlt 500 Dollar. Drogenbesitz? Sofortiger Rauswurf.
Aber es geht weiter: Handventilatoren sind in den Nachtclubs verboten.Vielleicht stört der Luftzug andere beim Tanzen. Und wer mit einem Getränk auf der Tanzfläche gesehen wird, verstößt gegen die Regeln. Vermutlich geht es um auslaufende Cocktails, rutschende Sohlen oder splitterndes Glas. Oder alles zusammen.
Typisch amerikanisch, könnte man sagen: klar, konsequent, mit spürbaren Strafen. Bei den deutschen Reedereien ist man da bislang entspannter. Noch.
Upside Down auf hoher See
Es muss nicht immer Schlager sein im Morrletter. Manchmal darf’s auch Diana Ross sein. Royal Caribbean hat für die Taufe der Star of the Seas niemand Geringeren als die Soul-Diva verpflichtet. Im August 2025 wird sie das neue Schiff der Icon-Klasse in Port Canaveral offiziell taufen – mit 81 Jahren.
Dass Frauen jenseits der 80 ein Kreuzfahrtschiff taufen, ist nicht neu. Die Zeremonie soll im AquaTheater stattfinden, inklusive Live-Auftritt. Die Star of the Seas wird ab Port Canaveral zu siebentägigen Reisen in die Karibik aufbrechen – mit der Privatinsel Perfect Day at CocoCay als Höhepunkt. Diana Ross jedenfalls bringt neben Soul auch ein wenig maritimes Vorwissen mit. Ihr Ex-Mann war norwegischer Reeder.
Bis nächste Woche - spätestens,
Matthias
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