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Morrletter #79

Ein erstes Fazit zum MSC Yacht-Club

11. Oktober 2020

Ahoi, Ihr Lieben!

Unterschiedliche Produkte zu vergleichen kann im Kreuzfahrtbereich sehr kompliziert sein. Aber wer sagt, dass mein Job ein einfacher ist? Seit Dienstag lerne ich intensiv den MSC Yacht Club kennen. Wer davon noch nichts gehört hat: Das ist ein Schiff-im-Schiff-Konzept - ein Luxusbereich innerhalb der riesigen MSC Grandiosa in diesem Fall. So lassen sich die Vorzüge eines großen Schiffs (wie ein großes Angebot an Aktivitäten - selbst zu Coronazeiten) verbinden mit einem eher exklusiven Ambiente.

Ich hatte ein sehr attraktives Angebot für eine Innenkabine im Yacht Club gebucht - dann aber von MSC ein Upgrade auf die nächsthöhere Kategorie - die Yacht Club Deluxe Suite - bekommen freundlicherweise. Aber was kann man nun erwarten? Ist das wirklich Luxus pur auf dem Niveau von Hapag-Lloyd Cruises, Seabourn, Silversea und Co.?

Am Eingang des Yacht Clubs prangen nicht etwa fünf Sterne - nein, es sind sogar sechs. Die Sterne sind natürlich keine offizielle Klassifizierung - aber es soll zeigen: Mehr geht nicht. Wer nun wie ich sehr viele verschiedene Produkte kennt, der hat erstmal falsche Erwartungen unter Umständen. Wer nur das normale MSC-Produkt kennt, der wird sicher eher mit den normalen Leistungen an Bord vergleichen und nicht mit Produkten, die er gar nicht kennt.

Ich könnte jetzt schreiben: Nein, es ist hier nicht auf dem Level von Hapag-Lloyd Cruises - so würde ich das fürs Essen definitiv unterschreiben. Da sind wir gut und gerne eine Liga darunter unterwegs. Es erinnert mich an das Essen, das man bei amerikanischen Premium-Reedereien, wie Holland America Line bekommt. Wobei ich überrascht war, dass hier ein Teil der Gerichte sogar nur aus dem normalen Hauptrestaurant stammt.

Aber was es kompliziert macht: Andere Leistungen sind hier sogar oberhalb von Hapag-Lloyd Cruises - einen Butler habe ich bei Hapag in den günstigeren Suiten-Kategorien beispielsweise nicht. Auch sind im Gegensatz zum Yacht Club kaum Getränke im Reisepreis enthalten. Und kleine kulinarische Überraschungen zum Aperitif auf die Kabine gibt’s bei Hapag-Lloyd auch nicht für alle Gäste. Wobei die Woche im Yacht Club pro Person locker über 1000 Euro billiger ist als auf der Europa 2.

Also bietet sich eher der Vergleich mit einer Junior Suite bei TUI Cruises an? Von der Größe der Kabine liegt dieser Vergleich schon mal nahe - der Preis von etwa 2400 Euro pro Woche auf manchen Strecken liegt etwas unterhalb des Preises der Yacht Club Deluxe Suite zu normalen Zeiten. Bei TUI Cruises fehlt aber ein nicht ganz unwesentlicher Punkt beispielsweise - der kostenlose Roomservice, der im MSC Yacht Club selbstverständlich ist. Auf Wunsch bringt der Butler auch Cocktails auf den Balkon. Und bei TUI Cruises kann ich am Abend zwar als Suitengast in der X-Lounge essen, muss aber die Getränke bezahlen, die im Restaurant des Yacht Clubs enthalten sind.

Also der MSC Yacht Club liegt irgendwo zwischen einer Junior Suite bei TUI Cruises und einer Suite bei Hapag-Lloyd. In vielen Punkten sind die Leistungen im Yacht Club höher als bei den beiden anderen Anbietern, auch wenn die Europa 2 beispielsweise erheblich teurer ist. Nur kulinarisch ist der Unterschied doch sehr deutlich - das ist hier zwar eher überhalb von TUI Cruises anzusiedeln - aber eben deutlich unter Hapag-Lloyd. Kompliziert!

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

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