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Morrletter #177

Geht es nie mehr zurück zu kleineren Kreuzfahrtschiffen?

28. Juli 2024

Ahoi, Ihr Lieben!

Als 1996 die erste AIDA in Dienst gestellt wurde, war das Staunen in der Kreuzfahrtbranche groß: Platz für maximal etwa 1300 Passagiere - wird es für dieses neue Produkt jemals genug Kunden geben? Nach Startschwierigkeiten wurde AIDA eine Erfolgsgeschichte - und heute belächelt man diese Schiffsgröße fast. AIDAnova und AIDAcosma sind mittlerweile jeweils für fünf mal so viele Gäste wie die Ur-AIDA ausgelegt.

Und da sind wir bei einem hitzig diskutierten Thema unter Kreuzfahrern - die Größe der Schiffe. Eine Bruttoraumzahl (BRZ) von 180.000 - das ist aktuell das Maximum bei einer AIDAcosma - größere Schiffe haben wir bei den deutschen Marken nicht. International geht es mit der Icon of the Seas von Royal Caribbean an die 250.000 - was nochmal erheblich größer ist.

Und in dieser Woche hat der Carnival-Konzern, zu dem auch AIDA gehört, bei Fincantieri in Italien für die US-Marke Carnival Cruise Line drei Schiffe bestellt in der Größenordnung BRZ 230.000 - bisher war bei Carnival auch bei BRZ 180.000 Schluss - jetzt also nochmal ein Größensprung nach oben. Und die Frage, die sich da unweigerlich stellt: Geht es eigentlich nie wieder zurück zu kleineren Kreuzfahrtschiffen?

Für die Reedereien haben die großen Schiffe Vorteile: Man kann an Bord attraktive Angebote für sehr unterschiedliche Zielgruppen schaffen. Außerdem gibt es so genannte Skaleneffekte - je größer das Schiff, umso effizienter lässt es sich betreiben. Ganz einfach zu verstehen: Natürlich ist es günstiger, einen Kapitän für 8000 Gäste zu haben, als einen Kapitän für 1500 Gäste.

Pauschal lässt sich sagen: Schafft man es, die Reisen zu entsprechend höheren Preisen zu verkaufen, dann rechnen sich auch noch kleinere Schiffe. Aber auch im teureren Luxussegment sind neue Schiffe heute deutlich größer - hatte 2013 die damals neue Europa 2 noch Platz für etwa 500 Gäste - dann sieht das heute auch anders aus. Auf dem Luxusneubau Silver Ray von Silversea, der dieses Jahr ausgeliefert wurde, sind 40 Prozent mehr Gäste - nämlich um die 700.

2019 und 2020 hat die Meyer-Werft zwei Schiffe für etwa 1000 Gäste an den britischen Anbieter Saga ausgeliefert. Eine Größe, die sicher auch kritische Kreuzfahrer sympathisch finden. Es hatte immer mal Gerüchte gegeben, dass Meyer so ein Schiff auch für Phoenix Reisen bauen könnte, aber zuletzt hat man da nichts mehr von gehört. Saga ist jetzt keine Reederei im Luxussegment - schaut man nun mal, was die Reisen kosten, dann findet man Reisen ab etwa 2000 Euro pro Person und Woche. Damit ist man ganz weit entfernt von einem Preis von 699 Euro, zu dem man eine AIDA-Kreuzfahrt durchaus mal bekommen kann.

Klar ist aber auch: Die meisten Reedereien brauchen unterschiedliche Schiffsgrößen. Royal Caribbean hat angedeutet, auch wieder kleinere Schiffe bestellen zu wollen - als Ersatz für ältere Baureihen. Die entscheidende Frage bleibt aber hier: Wie groß ist das neue „kleiner“? Vielleicht sind wir dann eher bei einer Größenordnung von 3000 Gästen. Aber sehr viel kleiner wird es bei den Marken im Massenmarkt wohl nicht mehr werden können.

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In drei Monaten bin ich unterwegs mit einigen von Euch auf der Queen Victoria von Cunard - zusammen mit dem Besuch von ABBA Voyage und einer Übernachtung in London gibt’s eine Reise mit „ABBA, Morr & Meer“. Wer noch dabei sein möchte - hier geht es zu den letzten Plätzen.

Bis in zwei Wochen - spätestens,
Matthias

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