Geht’s zur alten Normalität über die neue?
24. Mai 2020
Ahoi, Ihr Lieben!
Ich will nochmal zurückkommen auf das, was ich vergangene Woche geschrieben habe. Dass es aktuell zu Hause am Schönsten ist - wo fast alles so ist wie immer, außer vielleicht, dass wir eingeschränkt sind, wer uns besuchen darf.
Ich bin in dieser Woche das erste Mal seit über zwei Monaten in meiner Lieblingsbar gewesen. Zwischen den Sitzgruppen befinden sich nun Plexiglasscheiben. Wer im Gang steht, muss eine Maske tragen - das Personal trägt sowieso Masken. Keine Frage: Es hat mir besser gefallen, wie es früher war.
In einem Café in der Nähe ein etwas anderes Bild: Hier sind keine Trennwände, dafür darf aber nur noch jeder zweite Tisch besetzt werden - für die Atmosphäre ist das sicher die bessere Variante - wenn auch nicht für den Umsatz des Gastronomen.
Ich bin in dieser Woche auch bei einem Asiaten bei mir in der Nähe gewesen, um mir Essen für zu Hause zu holen. Der kleine Gastraum war um kurz nach 14 Uhr mit genau zwei Gästen besetzt - sonst ist es da um die Zeit voll. Entweder bleiben viele Gäste aus, weil die Büros in der Umgebung noch nicht wieder besetzt sind - oder viele haben aktuell eben keine Lust im Restaurant zu essen.
Was ich aber wichtig finde: Wenn wir nun unsere Lieblingsorte nicht mehr aufsuchen, weil es aktuell dort anders ist als vor Corona, dann wird es diese Orte nach Corona nicht mehr geben. Das gilt für die Gastronomie, das gilt aber auch für den Tourismus.
Die ersten Flusskreuzfahrt-Reedereien haben in dieser Woche Details verraten, wie sie sich das künftig vorstellen mit der Wiederaufnahme des Betriebs (siehe das Video unten): Und auch da zeichnet sich ab, es geht künftig nur mit Einschränkungen. Unser Urlaub wird erstmal nicht mehr sein, was er mal war: Wir bleiben in der unerwünschten Corona-Welt - auch wenn wir gern ausbrechen würden. Aber ich fürchte, der Weg zur alten Normalität, führt nur darüber, dass wir (hoffentlich nicht allzu lange) mit der neuen Normalität leben.
Bis nächsten Sonntag - spätestens!
Matthias
Treibholz - Meine Fundstücke der Woche
Fangen wir mal mit etwas Erfreulichem an: „Verrückt nach Meer“, die Doku-Soap im Ersten feierte in dieser Woche ein Jubiläum: Seit zehn Jahren gibt es die Erfolgsserie mittlerweile - und daher gab es in dieser Woche ein Best-of mit den schönsten Momenten aus dieser Zeit - noch zu sehen in der Mediathek.
Etwas zum Schmunzeln - was machen eigentlich diejenigen in dieser Corona-Zeit, die sonst auf Instagram & Co. immer zeigen, wie schön diese Welt sein kann? „Wenn Influencern langweilig ist“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung - dann gibt’s halt nur noch Postings aus dem Homeoffice - oder vom Essen. Ups, da finde ich mich auch irgendwie wieder…
Und noch etwas auf Englisch: Wie wird sich möglicherweise der Aufbau von Kreuzfahrtschiffen verändern künftig? Darüber haben sich die Experten der griechischen Firma „AMK Architecture & Design“ bei USA Today Gedanken gemacht. Sie schlagen unter anderem vor, zunächst die Theater an Bord gar nicht mehr zu nutzen und stattdessen das Unterhaltungsprogramm draußen anzubieten. Mehr dazu hier.
Den nächsten Morrletter live im Postfach?
Trag dich ein — dann bist du beim nächsten Mal von Anfang an dabei.