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Morrletter #83

Hat TUI Cruises ein Jubiläum vergessen?

8. November 2020

Ahoi, Ihr Lieben!

In diesen turbulenten Wochen ist doch glatt ein Jubiläum aus der Kreuzfahrtwelt untergegangen. Es war schon im Oktober soweit, und niemand hat drüber berichtet: Vor genau zehn Jahren - also im Oktober 2010 - hat TUI Cruises „Premium Alles Inklusive“ eingeführt.

Zuvor hatte man sich am Mitbewerber AIDA orientiert und nur Getränke zu den Mahlzeiten inkludiert. Mit dem „Premium Alles Inklusive“ war es dann ein großes Angebot an Getränken, das fortan inklusive war.

Was war damals der Grund, warum man auf das neue Konzept umgestiegen ist? Ziel war es damals, eben nicht günstiger mit den Reisen zu werden, um mehr Kunden zu gewinnen - sondern die Idee war, die Inklusivleistungen zu erhöhen, um so einen eher höheren Preis zu erzielen.

Häufig hat das wohl funktioniert - in den aktuellen Zeiten, wo aufgrund von schwacher Auslastung Kanaren-Kreuzfahrten für 799 Euro in der Balkonkabine inklusive Flug angeboten werden, würde man sich vielleicht manchmal wünschen, eben nicht dann noch die Getränke kostenlos abgeben zu müssen.

In den vergangenen zehn Jahren hat das Konzept auf jeden Fall viele Fans gewonnen - obwohl es durchaus auch Kritiker gibt. „Ich trinke keinen Alkohol und will nicht für andere mit bezahlen“, mault der ein oder andere. Aber am Ende gibt es viele Punkte an Bord, wo man für etwas mit bezahlt, was man gar nicht nutzt. Der Vegetarier zahlt für das Fleisch mit, das an Bord gegessen wird - oder das kinderlose Paar bezahlt für den Kidsclub - ganz solidarisch…

Übrigens hat es fast zehn Jahre gedauert, bis Mitbewerber AIDA auch eine „Premium All Inclusive“-Option angeboten hat - hier ist sogar eine Social-Media-Flatrate fürs Internet im Preis enthalten, die bei TUI Cruises extra zu bezahlen ist. Denn eines gilt am Ende für fast alles im Tourismus, wo „alles inklusive“ drauf steht: Das „alles“ ist selten wirklich ernst gemeint - es steht in der Regel allenfalls für „ziemlich viel“ - weitere Kosten an Bord gibt’s trotzdem noch.

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

Norbert Jeub ist im Hauptberuf Chefredakteur von Radio Euskirchen - und er experimentiert aktuell mit Video-Podcasts. Und für eine der ersten Folgen hat er gleich mal mich für ein Interview ausgewählt - hier geht’s zum 30-Minuten-Interview. Wir sprechen über Kreuzfahrten in diesen herausfordernden Zeiten, was der Vorteil ist einen YouTube-Kanal zu machen im Vergleich zum Moderatorenjob beim NDR und warum es doch ein durchaus anstrengender Job ist, den ich habe.

Herzzerreißend: Die Albatros hat ja nun die Flotte von Phoenix Reisen verlassen. Und Sängerinnen, die auf der Albatros in den vergangenen Jahren im Showensemble waren singen einen wunderschön kitschigen Abschiedssong, den Showchefin und Multitalent Katrin Gleiß-Wiedmann geschrieben hat. Hier geht’s zum Video mit vielen bekannten Gesichtern.

Ein einziges Mal bin ich bisher auf Key West in Florida gewesen - damals aber mit dem Auto und nicht mit dem Kreuzfahrtschiff. Ich erinnere mich noch daran, dass das Übernachten dort eine eher teure Angelegenheit war. Mit großen Kreuzfahrtschiffen wird man künftig Key West nicht mehr anlaufen können, wie die Bewohner nun entschieden haben. Die Details gibt’s hier.

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