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Morrletter #65

Letzter Morr-Rundgang vor dem Lockdown

5. Juli 2020

Ahoi, Ihr Lieben!

Heute kommt Ihr mal in diesem Morrletter zu Wort - einige von Euch schreiben ja auf Facebook recht ausführlich oder schicken mir Mails. Heute einmal zwei Beispiele. Ein Thema, um das es bei mir in den vergangenen Wochen häufiger ging: Die Konzepte der Reedereien für einen Neustart. Die sind - verständlicherweise - nicht so, dass sie jedem gefallen - es ist halt nicht wirklich ein Schritt in Richtung alter Normalität, sondern es wird schon anders. Dazu hat Holger Schweitzer-Schütte einen etwas längeren Kommentar geschrieben auf Facebook:

Mittlerweile werde ich etwas verschnupft. Gerade in anderen Foren wird zur Zeit richtig eingeschlagen auf die Reeder. Denken denn alle, die machen das freiwillig. Ich denke, ein normaler Betrieb wäre denen auch lieber. Die neuen Regeln sorgen auch so oder so für weniger Umsatz (weniger Passagiere und auch bestimmt weniger Umsatz an Bars usw.).

Es geht hier zur Zeit darum eine Branche und Arbeitsplätze zu retten. Sind wir denn alle so unflexibel? Sollte es so kommen, gibt es mit meiner Frau ein schönes Dinner auf der Kabine. Zweisamkeit und mehr Zeit für sich kann auch etwas Schönes sein. Wir waren nun in einer Therme - da hatten wir auch netten Kontakt zu anderen Gästen - das funktioniert auch mit Abstand. Besonders gewinnbringend war die Öffnung nicht, wenn nur 1/8 der sonstigen Gäste rein dürfen.

Es war anders, aber auch schön. Man sollte nun das Beste draus machen. Ich verstehe es, wenn Leute sagen die neuen Regeln gefallen einem nicht, dann bleibt zu Hause. Aber bitte nicht wundern, wenn nicht alle aus der Branche überleben. Es ist gut, dass es weiter geht. Wir warten nun auch auf die Konzepte.

Die Zeit hat sich keiner ausgesucht und einiges gefällt mir auch nicht. Die Regeln kommen aus der Politik, nicht aus der Branche.

Auch die machen das nur um uns zu schützen. Wie sinnvoll und ergiebig alles war, wissen wir, wenn die Pandemie um ist. Auch hier gilt: Es wird gemacht um uns zu schützen und die Situation ist neu.

Ich hoffe, dass wir alle da gut durchkommen (die Bilder aus manchen Ländern sind immer noch sehr erschreckend) und bald wieder aufs Schiff gehen können. Ich bin mir sicher, es wird nicht immer so bleiben, aber da müssen wir erst mal durch. Gemeinsam schaffen wir es.

Soweit der Kommentar von Holger. Und noch ein Ausschnitt aus einer Mail von Manfred Müller - er war mit seiner Frau unterwegs auf der NickoVision - dem weltweit ersten Flusskreuzfahrtschiff, das wieder nach dem Lockdown an den Start ging.

Für uns war es eine tolle Kurzreise, und man kann mit den Änderungen auch eine schöne Reise machen. Schiff, Mannschaft, Landschaft, Wetter - alles gut und kein Corona an Bord. Vorteil: Viel Platz an Bord, weniger Gäste und Rüdesheim fast ohne Touristen! Das haben wir so noch nicht erlebt.

Abschließend: Wer jetzt eine Kreuzfahrt buchen möchte, sollte sich vorab genau danach erkundigen, was geht und was nicht, da die kommenden Kreuzfahrten etwas anders ausfallen als das, was wir bisher kannten. Dann kann man auch heute wieder klein anfangen, der Fluss war dafür genau das Richtige.

Soweit Manfred - wobei noch hinzuzufügen ist, dass besonders im Hochseebereich aktuell vielfach noch nicht feststeht, wie es künftig an Bord aussehen wird - immer dran denken: Die Veranstalter können Euch am Telefon nur das sagen, was auch auf der Webseite steht.

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

Normalerweise empfehle ich keine Fernsehsendungen, die ich selbst noch nicht gesehen habe. Heute mache ich mal eine Ausnahme - morgen um 22.50 Uhr im Ersten (und vielleicht morgen schon tagsüber in der Mediathek - wenn nicht, dann spätestens ab Dienstag): „Kreuzfahrt in der Krise - Land in Sicht?“ Produziert vom „Verrückt nach Meer“-Team kommen in der 45-Minuten-Reportage unter anderem Phoenix-Kapitän Jens Thorn und der ehemalige Offizier Christian Baumann zu Wort, der heute ein Reisebüro betreibt. Hier gibt’s schon einen kurzen Trailer zu sehen. Das gleiche Team hat auch schon die Reportage über die vorerst letzte Reise der Amera produziert, die viele von Euch sehr berührt hat.

Eine Geschichte zum Schmunzeln - die hat ausnahmsweise nichts mit Kreuzfahrten zu tun. Es ist die Geschichte eines 24-Jährigen Starbucks-Verkäufers, der von einer Kundin im Internet angeprangert wurde, weil der Mitarbeiter das Tragen einer Maske von ihr gefordert hatte. Nur ging das Ganze nach hinten los, und es formierte sich eine Spendenaktion für den Verkäufer - mittlerweile sind übers Internet über 100.000 Dollar Trinkgeld bei ihm eingegangen. Hier gibt's die ganze Geschichte.

Shakespeare hätte geschrieben: „Buffet oder nicht Buffet - das ist hier die Frage.“ In den letzten Wochen wurde viel diskutiert, wird es in Corona-Zeiten überhaupt Buffets auf Kreuzfahrtschiffen geben können? Royal Caribbean hat nun die Gäste beruhigt: Das Buffet bleibt, wie hier (auf Englisch) zu lesen ist.

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