Meine erste Reise nach dem Lockdown
28. Juni 2020
Ahoi, Ihr Lieben!
Am vergangenen Wochenende war ich das erste Mal wieder touristisch unterwegs nach dem Lockdown. Von Freitag bis Sonntag war ich erst in Köln und dann in Brühl im Phantasialand. Ein Freund hatte mir den Trip vor Monaten zum Geburtstag geschenkt.
Im ICE auf dem Hinweg saßen wir zu zweit im Abteil - was da eigentlich nicht so ganz sinnvoll erscheint: Auch in diesem Fall muss man brav seinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Aber gut, es könnten ja noch Fahrgäste hinzu kommen oder natürlich das Bahnpersonal.
Unser Hotel in Köln bot bedingt durch Corona kein Frühstück, aber man gab uns immerhin einen Briefumschlag mit löslichem Kaffee (den wir nicht nutzen konnten, weil der Wasserkocher auf der Kabine - sorry, auf dem Zimmer - kaputt war).
In der zweiten Nacht haben wir in einem Hotel im Phantasialand übernachtet - hier hat man das Essen am Abend und das Frühstück von Buffet auf Bedienung umgestellt. Das hat recht gut geklappt, auch wenn man merkt, dass die Abläufe für das Personal neu waren.
Im Phantasialand selbst gab es einen etwas eingeschränkten Betrieb - aktuell gibt es keine Shows, was natürlich sehr schade ist. An den Fahrattraktionen trägt man eine Maske während der Fahrt und in den Warteschlangen. Da kommt im Laufe eines Tages schon einiges an Maskenzeit zusammen. Und ich muss zugeben: Auch wenn ich sonst so unterschwellig sage: „Stellt Euch nicht so an mit den Masken, sie gehören aktuell nun mal grad zu unserem Leben dazu“ - mit Maske in der Achterbahn war das schon extrem unangenehm.
Ich vermute mal, der Körper wird durch die Achterbahnfahrt in eine Art Stresszustand versetzt, in dem es dann unangenehm ist, nicht so gut atmen zu können. Ich geb’s zu: Bei den späteren Fahrten habe ich auch die Maske nur noch über den Mund getragen, was natürlich gar nichts bringt…
In den Warteschlangen soll man eigentlich anderthalb Meter Abstand halten - daran gehalten hat sich allerdings kaum jemand. Es ist eben auch ungewohnt. Der Anteil derer, die ihre Maske gar nicht oder falsch getragen haben, lag bei vielleicht 20 Prozent - auch wenn hier und da Personal darauf geachtet, dass die Vorschriften eingehalten werden.
Nun haben ja schon die ersten Reedereien ihre Konzepte vorgestellt, wie sie sich Kreuzfahrten in Zeiten von Corona vorstellen. Nur frage ich mich nach diesen Erfahrungen aus dem Phantasialand: Was bringen denn die Konzepte, wenn sich am Ende doch viele nicht daran halten? Dass nun Kreuzfahrer erheblich regeltreuer sind, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
*
In dieser Woche ging es für mich wieder los - mit der Taufe der Lady Diletta von Plantours Kreuzfahrten. Zwei Videos findet Ihr unten - was leider in der knapp bemessenen Zeit an Bord nicht geklappt hat: Der lange Morr-Rundgang. Wobei „lang“ bei einem Flusskreuzfahrtschiff natürlich relativ ist. Gedreht habe ich ihn - nur leider war bei dem Camcorder, der nach vorn filmt, die Stabilisierung komplett deaktiviert - und dieses Material kann ich Euch leider nicht zumuten. Ich hatte die Kamera zwischendurch mal für Livestreams vom Schreibtisch genutzt und weil der Schreibtisch natürlich nicht wackelt, die Stabilisierung deaktiviert…
*
Wer die Flusskreuzfahrt mit mir auf der NickoVision gebucht hatte, hat in dieser Woche möglicherweise einen Brief erhalten, mit dem Nicko Cruises dafür wirbt, doch jetzt eine Reise zu buchen. Es wird darin auch mein Name erwähnt und darauf verwiesen, sich doch für Fragen und Buchungen an mich zu wenden. Das hängt damit zusammen, dass ich bei Nicko Cruises für die ursprünglich geplante Reise als Reisebüro in derem System angelegt wurde. Und nun haben diese Briefe offenbar alle Kunden von Reisebüros erhalten - und so war auch der ein oder andere von Euch dabei. Mit dem Nachholtermin hat das erstmal nichts zu tun, da bekommt Ihr demnächst Informationen - wie immer natürlich zuerst im Morrletter.
Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias
Treibholz - Meine Fundstücke der Woche
Nach den ersten Flusskreuzfahrten, sind nun die ersten Hochseekreuzfahrten gestartet. Hurtigruten machten den Anfang - und wie das bei denen umgesetzt wird, ist hier zu lesen:
Meine letzte private Kreuzfahrt habe ich ja Anfang 2018 auf der Horizon der spanischen Reederei Pullmantur Cruises gemacht - nun soll die Flotte offenbar verschrottet werden und der Anbieter hat Gläubigerschutz beantragt - so soll versucht werden das Unternehmen zu retten. Hier gibt’s die Hintergründe.
Und zwei Texte noch auf Englisch. Seltsame Blüten treibt das Bemühen einiger amerikanischer Reedereien, Wasser nicht mehr in Einweg-Plastikflaschen anzubieten. Ging NCL auf Kartonverpackungen, scheint Royal Caribbean nun auf Wasser in Alubehältern zu setzen, wie hier zu lesen ist. Es fällt mir schwer vorzustellen, dass das nun umweltfreundlicher sein soll als die Plastikflaschen… Auf Kreuzfahrtschiffen kann man übrigens in aller Regel auch das Leitungswasser trinken - auch wenn es einen leichten Chlorgeschmack haben kann. Ist das Wasser kein Trinkwasser, steht es dran.
Virgin Voyages, die Reederei von Milliardär Richard Branson, die längst an den Start gehen sollte, bringt für Kreuzfahrten in Corona-Zeiten Covid-19-Tests für Crew und Gäste ins Spiel (mehr hier). Ein Vorschlag, der bisher eher selten zu hören war, ist es doch vermutlich auch schwierig umzusetzen.
Den nächsten Morrletter live im Postfach?
Trag dich ein — dann bist du beim nächsten Mal von Anfang an dabei.