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Morrletter #70

Sind Eure Daten bei TUI Cruises sicher genug?

9. August 2020

Ahoi, Ihr Lieben!

Seit ziemlich genau fünf Monaten bin ich nicht mehr geflogen - und ehrlich gesagt vermisse ich es so gar nicht. Vergleichsweise viel unterwegs war ich in den letzten Wochen mit der Bahn - so auch am Montag, als ich nach meiner Flusskreuzfahrt mit Viva Cruises wieder von Düsseldorf nach Hamburg fuhr. Etwas Pech hatte ich mit dem Bereich im ICE, in dem ich saß - bei älteren Zügen verfügen die Ruhebereiche nicht über sogenannte Repeater für die Mobilfunkverbindung, so dass Surfen unabhängig vom lahmen Zug-WLAN kaum möglich ist - aber das ist eine andere Geschichte.

Irgendwann stieg eine Frau mit zwei Kindern zu. Die Koffer stellte sie - was ja eigentlich nicht gern gesehen wird - direkt in den Gang. Und so sah ich, dass an den Koffern Anhänger von TUI Cruises baumelten. So war auch klar, wo es für die drei hin ging. Ich konnte alle Daten genau lesen - die Buchungsnummer - und den Namen. N. Scholz (Nachname geändert) stand auf dem Anhänger - immerhin ohne Vornamen.

Und ich fragte mich: Könnte eigentlich jemand irgendwelchen Blödsinn mit diesen Daten anstellen? Ich startete die Mein-Schiff-App auf meinem Smartphone. Die Buchungsnummer ist nötig um sich einzuloggen - die hatte ich ja - und der Name - hatte ich auch, bis auf den Vornamen. Auf dem Kofferanhänger steht ja nur der erste Buchstabe des Vornamens.

Ich probiere Frauennamen mit N aus, die mir populär erschienen. Nicole - funktionierte nicht. Nadine - funktionierte auch nicht. Ich schaute die Frau nochmal näher an und bildete mir zumindest ein, sie könnte etwas osteuropäisch aussehen. Also ein dritter und letzter Versuch: Natascha. Und tatsächlich - das war der richtige Name!

Und schon konnte ich sehen, was die drei geplant hatten. Am Dienstag der Workshop „Artisanbrot backen“ - abends ein Besuch im Steakhouse. Ich hätte diese Buchungen nun stornieren können - ich hätte aber noch weitere Reservierungen tätigen können. Das ist schon ein sehr weitgehender Eingriff. Hätte es auf der Reise Ausflüge gegeben, hätte ich sie buchen oder stornieren können. Am Freitag konnte ich die Bordrechnung anschauen - über 400 Euro, bezahlt mit einer American Express Kreditkarte. Die Kreditkartendaten konnte ich aber nicht sehen.

Was ich mit diesem Experiment sagen möchte: Passt auf Eure Daten auf! Vielleicht wäre es auch möglich, die Kofferanhänger so zu verändern, dass eben nur noch die Kabinennummer und nicht die Buchungsnummer drauf steht. Schließlich stehen die Koffer ja auch auf dem Kabinengang, so dass jeder die Daten abfotografieren könnte. Aber klar, ich habe auch Glück gehabt, dass ich den Namen so schnell erraten konnte. Ich habe nicht probiert, wie viele Fehlversuche möglich sind. Aber klar ist: Ein Vorname taugt nicht als eine Art Passwort.

Natascha ist übrigens - ich habe das überprüft - noch nicht Abonnentin des Morrletters - sonst wäre sie vermutlich jetzt erschrocken… Wer sie kennt, der leite es ihr gern weiter.

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

Einen fast schon überraschenden Kommentar gab es in dieser Woche in der Zeit. Fazit des Autors: „Die Krise in der Kreuzfahrt wird der Umwelt später schaden“. Warum das so ist, lest Ihr hier.

Corona bringt neue Angebote mit sich: Nordsee-Expeditionsreisen mit MS Quest ab Hamburg durch das Wattenmeer. Einen kompakten Eindruck gibt’s in dreieinhalb Minuten in diesem Video aus dem NDR Fernsehen.

Die ersten Videos meiner Reise mit der Inspire von Viva Cruises gab es nun ja schon - wer nun lieber etwas lesen möchte, hier gibt’s einen Blogbeitrag vom "Urlaubspapa" in zwei Teilen mit vielen schönen Fotos von der Vier-Tage-Rheinkreuzfahrt.

Keine guten Nachrichten gab’s in den letzten Tagen aus der Kreuzfahrtbranche. Die SZ fasst hier zusammen „Volle Kraft zurück“ - ein Überblick über Coronafälle, die es nun im wieder gestarten Kreuzfahrtbetrieb an Bord gab.

Zumindest einen Verdacht gab es auf der Friedjof Nansen von Hurtigruten - der konnte nach umfangreichen Tests aber ausgeräumt werden, und so legte das Schiff am Freitagmorgen wieder planmäßig in Hamburg an. Hört Euch mal die 54-Sekunden-Umfrage mit zufriedenen Gästen an, die in diesem Artikel verlinkt ist.

Zum Schluss noch traurige Bilder - direkt von der Brücke gefilmt. Die Carnival Fantasy in diesem Video auf ihrem letzten Weg zur Verschrottung in der Türkei.

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