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Morrletter #114

Tschüs, AIDAmira & Airbnb-Nachteile

30. Januar 2022

Ahoi, Ihr Lieben!

Gut zwei Wochen meines Aufenthalts in Kapstadt sind schon vorbei. Die Tage bin ich am Kreuzfahrtterminal vorbei spaziert - die Lage ist hier in der Stadt recht zentral, was ja für Kreuzfahrer immer sehr schön ist. Im Januar 2020 war ich ja auch schon in Kapstadt - damals allerdings nur eine Woche. Und die Zeit habe ich damals genutzt, um an Bord von AIDAmira einen langen Rundgang zu drehen. Nach dem Dreh war AIDAmira dann ja nur noch zwei Monate bis zum Stopp der Kreuzfahrten weltweit im Einsatz. In dieser Woche hat die Reederei nun bekannt gegeben, dass AIDAmira verkauft wird. Der lange Rundgang hat sich somit nicht wirklich gelohnt - aber wer konnte das vorher schon ahnen…

Drei Monate war sie damit insgesamt nur für AIDA Cruises im Einsatz - einen kürzeren Einsatz hatte somit quasi nur die Titanic (da waren es knapp zwei Wochen - aber das Ende ist natürlich nicht vergleichbar…).

Ab 2023 wird AIDAmira als Ambition für den neuen britischen Anbieter Ambassador Cruise Line im Einsatz sein. Ich gehe nicht davon aus, dann nochmal an Bord zu gehen - das Schiff fährt ja schon in erster Linie für den britischen Markt. Wobei das natürlich witzig wäre - das einzige Schiff, wo ich dann unter drei verschiedenen Namen drauf war - Costa neoRiviera, AIDAmira - und dann eben als Ambition.

*

Die ersten fünf Nächte war ich ja hier in Kapstadt in einem Hotel - jetzt bin ich gemeinsam mit einem Freund in einem Apartment, das auf Airbnb angeboten wurde. Mit Airbnb ist das immer so eine Sache, habe ich festgestellt. Früher war das ja eine Plattform, wo in erster Linie Privatzimmer vermietet wurden. Mit der Zeit entwickelte sich das Ganze aber in eine andere Richtung. Findige Geschäftsleute mieteten Wohnungen an, um sie für mehr Geld bei Airbnb zu vermarkten.

Mit unserem im Prinzip sehr schönen, neuen Apartment in Kapstadt ist das genau so. Vom Preisniveau haben sich die professionellen Anbieter auf Airbnb aber häufig den Hotels oder Apartmenthäusern angenähert. Was die Qualität der Ausstattung angeht, scheint es den Anbietern aber häufig in erster Linie darauf anzukommen, dass die Wohnung auf den Fotos für Airbnb gut aussieht - durch die Fotos vermietet sie sich schließlich. Ob das Ganze nun auch haltbar und zweckmäßig ist, ist im Grunde nachrangig. Die Schlafzimmer (in Ostlage) haben grad mal blickdichte Vorhänge, schon morgens um sechs wäre es taghell, wenn wir die Fenster der beiden Schlafzimmer nicht mit Folie abgeklebt hätten.

Dass die Wohnung keine Waschmaschine hat, der Ärger darüber hat sich schnell gelegt. Ich sah mich schon in einem Waschsalon sitzen. Allerdings sind hier in Kapstadt auch die Preise fürs Wäsche waschen extrem niedrig - dass man den Rundum-Service für drei Kilo Wäsche für unter fünf Euro bekommen kann, damit hatte ich nun nicht gerechnet.

Bis in zwei Wochen - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke

Ich bin in dieser Woche mal wieder im Fernsehen gewesen. Der MDR hat in der Sendung Umschau in diesem zehnminütigen Beitrag über die Lage der Kreuzfahrtbranche berichtet und dafür auch mich interviewt (ich übrigens im Hotel in Kapstadt, es ist doch faszinierend in welch guter Qualität das mittlerweile per Zoom geht).

Wie viele Kreuzfahrtschiffe gibt es eigentlich auf der Welt? Wenn ich das in der Vergangenheit gefragt wurde, habe ich immer gesagt, zwischen 300 und 400. Das ist natürlich etwas sehr vage. Von daher bin ich sehr froh, das der Kollege Franz Neumeier mal nachgezählt hat - dazu liefert er noch Statistiken, wie groß die Schiffe sind und unter welchen Flaggen die fahren. Hier geht’s zum Beitrag. Kleiner Spoiler: Es sind 385 Kreuzfahrtschiffe weltweit. Vielleicht sind es auch schon 386 - ich weiß nicht, ob Franz die Wonder of the Seas schon mitgezählt hat, die Royal Caribbean nach Veröffentlichung des Artikels übernommen hat.

So ein Kreuzfahrtschiff kann ganz schon groß sein - besonders riesig wirkt es, wenn der angefahrene Hafen eher klein ist. Wie zum Beispiel Starvanger in Norwegen - die Filmemacherin Odveig Kleve hat ein viereinhalbminütiges eindrucksvolles Video produziert, in dem man sehr gut sieht: So ein Schiff kann für die Anwohner auch manchmal zu groß sein.

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