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Morrletter #92

Über das Verramschen von Kreuzfahrten

14. März 2021

Ahoi, Ihr Lieben!

Feedback von Reedereien zu meinen Inhalten - das kann es schon mal geben - ob positiv oder negativ - es ist aber im Großen und Ganzen doch die Ausnahme. Die wenigen Male, die das vorkam, erinnere ich vermutlich alle noch.

Mal störte sich ein Anbieter daran, dass ich einen flapsigen Spruch über die Tatsache gemacht habe, dass ein bestimmtes Schiff in den öffentlichen Bereichen voller Spiegel ist - oder dass mich ein Schiff an die Schiffsklasse eines Konkurrenten erinnern würde.

In dieser Woche gab es mal Kritik von einer Reederei an einer Formulierung von mir. Es sei intern nicht gut angekommen, dass ich gesagt habe, der Anbieter würde zur Zeit seine Reisen verramschen. Klar, man kann über viele Formulierungen diskutieren. Aber schauen wir uns mal die Definition von „verramschen“ an. Da heisst es: „Etwas sehr billig unter seinem Wert verkaufen“.

Wenn ich also davon spreche, dass eine Reederei ihre Reisen verramscht, dann bedeutet das, dass ich den Wert der Reisen höher bewerte als den Preis, den sie aktuell damit erzielen. Was daran jetzt negativ sein soll - das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Ich sage ja damit: Eure Reisen sind für den Wert, den ihr an Bord liefert, zu billig.

Warum ist das so, dass die Preise zur Zeit vielfach so extrem niedrig sind? Weil die Nachfrage so gering ist - ganz einfach. Es ist in der jetzigen Situation so, dass bei vielen keine Urlaubsstimmung aufkommt. Und viele haben natürlich auf eine mögliche Quarantäne nach einer Kreuzfahrt in einem Risikogebiet keine Lust.

Ich kann’s natürlich verstehen, dass meine Formulierung schmerzhaft für die Verantwortlichen ist, die die Preise machen - diejenigen würden ja selbst gern Preise machen, die dem wahren Wert des Produktes entsprechen und die sich nicht ergeben aufgrund niedriger Nachfrage. Aber sei es drum - so war doch diese Anmerkung eine gute Inspiration für diesen Morrletter. Ich sah mich schon wieder etwas über Corona schreiben - aber ist ja erfreulich, dass ich so drumrum gekommen bin…

Bis in zwei Wochen - spätestens,

Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke

Einzelne Fälle von Covid-19 an Bord eines Kreuzfahrtschiffs in diesen Tagen sind bedauerlich - keine Frage - sie führen aber nicht zwingend zu einem Drama. An Bord der Schiffe, die bereits fahren, gibt es strenge Hygiene- und Sicherheitskonzepte. Und zu diesen Konzepten gehört es auch, dass erfasst wird, mit welchen Personen Urlauber an Bord zu tun haben. So soll verhindert werden, dass im Falle eines Ausbruchs mehr Menschen als nötig in Quarantäne müssen - sondern nur die direkten Kontaktpersonen. Wie das funktioniert mit der Nachverfolgung der Kontakte an Bord, das gibt’s hier zu lesen.

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