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Morrletter #178

Umbau! Wenn Kreuzfahrer unzufrieden sind und der Umsatz nicht sprudelt

11. August 2024

Ahoi, Ihr Lieben!

Der deutsche Kreuzfahrtmarkt ist - man möge mir verzeihen, wenn ich das so sage - vergleichsweise langweilig. Es gibt mit AIDA und Mein Schiff zwei Marken, die den größten Teil der deutschen Kreuzfahrtkunden unter sich aufteilen. In den USA sieht das ganz anders aus - auf dem größten Kreuzfahrtmarkt der Welt verteilt sich der Großteil des Umsatzes auf eine größere Anzahl Marken - die Konkurrenz ist also intensiver Außerdem ist der Markt weiter entwickelt, und mehr Menschen ziehen eine Kreuzfahrt anderen Urlaubsformen vor.

Die größere Konkurrenz führt sicherlich dazu, dass die spektakulärsten Schiffe der Welt bei amerikanischen Anbietern zu finden sind. Surf-Simulatoren oder Achterbahnen beispielsweise - das findet man definitiv nur auf US-Schiffen. Die Reedereien dürften sich aber auch hier mehr ins Zeug legen, weil der amerikanische Gast mit seinen wenigen Urlaubstagen an Bord für gewöhnlich als sehr viel spendabler gilt als der deutsche Gast.

Manche Einrichtungen auf US-Kreuzfahrtschiffen wirken für mich etwas skurril. Beispiel: Die Norwegian Encore kam 2019 mit einer Lasertag-Arena auf den Markt - am Heck. Eine Lasertag- Arena ist ein labyrinthartiger Bereich, in dem Spieler mit Laserpistolen auf Ziele an den Westen anderer Spieler zielen, um Punkte zu sammeln - gegen Aufpreis. Die fünf Schiff, die die Meyer Werft davor gebaut hatte, haben an dieser Stelle ein Pooldeck für Erwachsene.

Nun sind Kreuzfahrtanbieter sehr gut darin, ihre Produkt an der Kundenzufriedenheit und dem Umsatz an Bord auszurichten. Und so wird nach fünf Jahren Ende des Jahres in der Werft die Lasertag-Arena auf der Norwegian Encore durch ein Sonnendeck ersetzt. Wenn die Einnahmen an einem Ort nicht so recht sprudeln und die Kunden dann auch noch mit einer Fläche unzufrieden sind, dann wird umgebaut.

Auch bei den deutschsprachigen Schiffen gibt es Beispiele ohne Ende für Umbauten - 4D-Kinos, die Kabinen wurden oder Restaurants, die Namen oder Konzept wechselten. Jüngstes Beispiel von der Mein Schiff 4 - aus der Coffee Lounge am Heck wurde jetzt das französische Bistro La Vue.

*

Ich produziere ja seit jeher Inhalte für Social-Media-Plattformen. Was ich an mir selbst beobachte: Ich nutze Facebook immer weniger. Einst haben dort Freunde und Bekannte regelmäßig etwas gepostet, aber das ist ja schon lange nicht mehr so wie früher. Nun schwächelt bei mir auch Instagram, was die private Nutzung angeht. Wer mir dort folgt, hat sicher bemerkt: Früher habe ich täglich irgendwelche Stories gepostet, aber mittlerweile ist es dort deutlich ruhiger geworden. Aber auch als Konsument ist Instagram bei mir auf dem absteigenden Ast. Ich kann gar nicht genau sagen, warum das so ist – aber man hat vieles eben schon gesehen, und vielleicht ist mittlerweile ein Übersättigungseffekt eingetreten. Schreibt mir gern mal, wenn es euch ähnlich geht.

Bis in zwei Wochen - spätestens,
Matthias

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