← Zum Archiv
Morrletter #49

Von den Widrigkeiten meiner Anreise nach Chile

8. März 2020

Ahoi, Ihr Lieben!

Bis morgen bin ich noch unterwegs mit der Hanseatic Nature von Hapag-Lloyd Cruises in den chilenischen Fjorden - bisher eine Reise mit tollen Eindrücken, wie Ihr vielleicht in den Storys auf Instagram und Facebook gesehen habt. Aber am Anfang stand natürlich die Anreise - bestehend aus drei Flugsegmenten. Hamburg - Madrid, Madrid - Santiago de Chile und dann weiter nach Puerto Natales.

„Ihr Koffer wird durchgecheckt bis Puerto Natales“, sagt die Mitarbeiterin in Hamburg beim Check-In. Ich wundere mich, weil ich für die ersten beiden Flüge bei Iberia einchecken musste, für den dritten Flug hingegen direkt bei Latam - aber alles auf einer Buchungsnummer. Aber mir soll es recht sein.

Der erste Flug ist unauffällig - gefolgt von einer fünfstündigen Pause bis zum nächsten Flug. Dann geht es auf die Langstrecke in einem noch recht neuen A350 - ich auf Platz 39A in der Eco mit wunderbarer Beinfreiheit. Nach über dreizehn Stunden dann die Landung in Santiago de Chile.

Übrigens nicht allein - mit mir noch vier Kollegen und Jana, die Social-Media-Managerin von Hapag-Lloyd Cruises. Wir also raus aus dem Flieger - auf der Suche nach dem Anschlussflug. Zwei Stunden Übergangszeit, das sollte doch reichen. Vor den Einreiseschaltern nach Chile eine gewaltige Schlange - die deutet schon an: Das könnte eng werden mit dem Weiterflug. Allerdings stellen wir uns einfach an die kürzere Schlange für Menschen mit besonderen Bedürfnissen - was soll man auch machen, wenn man weiter muss.

Danach müssen wir noch einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen und es wird Fieber gemessen - klar, in Zeiten von Corona. Wir also wieder auf der Suche nach dem Gate für den Anschlussflieger - wir fragen an einem Schalter, wo uns eine Frau die Hiobsbotschaft übermittelt, dass unser Koffer eben nicht durchgecheckt wird, weil er durch den Zoll muss und dann neu aufgegeben werden muss.

Also gut - anstehen am Gepäckband. Da Hapag-Lloyd ein Flugticket mit zwei Koffern gebucht hat, habe ich auch zwei dabei. Koffer Nummer eins taucht recht schnell auf - Nummer zwei hingegen lässt auf sich warten. Ein Teil der Kollegen geht schon mal weiter, denn die Uhr tickt, und der Weiterflug ist plötzlich nur noch eine gute halbe Stunde entfernt.

Als nach einigen Minuten Koffer 2 immer noch nicht auftaucht, bietet mein Kollege Diddo an, nach dem Koffer zu suchen - denn rund um das eher kurze Gepäckband stehen allerlei Koffer verteilt. Während ich noch müde auf das Band starre, kommt Diddo zurück mit einem blauen Koffer: „Ist er das?“ Glücklicherweise ja, und auch wir beide können ab durch den Zoll. Während Diddo direkt an dem Mitarbeiter vorbei gehen kann, erscheine ich mit meinen zwei Koffern dem Zollmitarbeiter offenbar verdächtig. Er deutet auf die Röntgenmaschine.

Ganz ungünstig - die Regeln sind in Chile offiziell recht strikt - schon ab der zweiten Kamera im Koffer, muss man eigentlich irgendwelche Erklärungen abgeben - und das dauert. Das fehlte jetzt noch! Also, Koffer durch den Röntgenapparat - die beiden Frauen dahinter tuscheln, dann fahren beide Koffer und mein mit Technik vollgestopfter Handgepäck-Trolley wieder aus der Maschine heraus. Kein Problem - ich kann weiter.

Jana hat auf uns gewartet, und so gehen wir weiter zu zwei Fahrstühlen, vor denen sich schon Schlangen gebildet haben. Ich schaffe es noch in den einen Fahrstuhl - während Diddo und Jana warten müssen. Oben angekommen schnappe ich - wie sonst immer auf meinen Reisen - EINEN Koffer und mein Handgepäck und verlasse den Fahrstuhl. Ein Flugkapitän tippt mir plötzlich auf die Schulter: „You’ve left your luggage in the elevator.“

„Der zweite Koffer“, schiesst es mir durch den Kopf. Aber zu spät, der Fahrstuhl ist schon wieder auf dem Weg nach unten. Einige Minuten später fährt er mit Diddo und Jana wieder hoch - ohne den Koffer… „Habt Ihr meinen Koffer gesehen“, rufe ich den beiden zu. „Der ist unten geblieben, da kümmert sich schon jemand drum - du weißt ja, alleinstehende Koffer am Flughafen…“, sagt Diddo, der den Koffer auch nicht als meinen identifiziert hatte.

Also wieder runter mit dem Fahrstuhl - ich sehe einen Mitarbeiter des Flughafens, der meinen Koffer an seinem Griff hält und nicht so recht zu wissen scheint, was er nun tun soll. „That’s my luggage“, sage ich - und er scheint erleichtert, das Problem schon wieder los zu sein.

Also, wieder hoch im Fahrstuhl auf der Suche nach der Abgabestelle für den Koffer. „Counter 29“ ruft uns jemand zu - wir also dort hin, aber zu spät. Der Counter ist bereits geschlossen - wir haben keine Möglichkeit mehr unser Gepäck abzugeben. Wir werden den einzigen Flug des Tages nach Puerto Natales verpassen.

Während wir noch beim Iberia-Check-In stehen um zu klären, ob nun eigentlich Iberia oder doch Latam für uns zuständig ist, bekomme ich eine WhatsApp von meinen Kollegen Franz: „Flug ist weg, Hella ist als einzige vermutlich im Flieger. Wir sind jetzt am Latam-Schalter. Flug nach Punta Arenas von dort per Bus nach Puerto Natales (drei Stunden Fahrzeit)“.

Nachrichten, die man nicht gern liest, wenn man schon etwa 24 Stunden unterwegs ist. Aber was sollen wir machen, der Direktflug am nächsten Tag nach Puerto Natales soll ausgebucht sein.

An dieser Stelle kürze ich es nun etwas ab, fast zwei Stunden nach dem verpassten Flieger, geht es für uns also nach Punta Arenas. Jana hat über die Agentur vor Ort organisiert, das wenigstens ein Shuttlebus nur für uns bereitsteht in Punta Arenas. Und so sind wir dann gegen 19 Uhr Ortszeit über 31 Stunden nach dem Abflug in Hamburg im Hotel in Puerto Natales… Aber nach einigen Tagen im Land kann ich immerhin sagen: Die Strapazen haben sich gelohnt.

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

In dieser Woche war ich so beschäftigt in Chile und auf der Hanseatic Nature, dass ich hier im Grunde keine großen Link-Tipps für Euch habe - aber ich möchte schon mal auf den Anfang des Reiseberichts meines Kollegen Franz verweisen, den er schon während der Reise geschrieben hat.

Anmeldung

Den nächsten Morrletter live im Postfach?

Trag dich ein — dann bist du beim nächsten Mal von Anfang an dabei.