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Morrletter #123

Warum der Schiffstester so langsam verschwindet

5. Juni 2022

Ahoi, Ihr Lieben!

Was ist eigentlich mit Abstand das Beste an meinem Job? Jetzt wird der ein oder andere überrascht sein - es sind eben nicht die Kreuzfahrten. Das Beste ist die Vielfalt in meinem Job. Mal bin ich Moderator, mal Kameramann, mal Reiseleiter, mal Speaker, mal Cutter, mal Unternehmer, mal Social-Media-Manager, mal Reiseberater und mal auch Marketingmann. Hätte man da nicht längst eine Firma mit 20 Mitarbeitern draus machen können, wo jeder nur noch eine einzige Aufgabe hat? Berechtigte Frage - aber in der Vergangenheit fand ich das so, wie es ist, ganz spannend - aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Allein hat das natürlich Grenzen - der ein oder andere mag es bedauern, weil es eben auch bedeutet, dass ich längst nicht mehr jede Nachricht auf Instagram lesen kann. Bei der Masse an Followern ist eine Grenze schnell erreicht. Aber die Alternative wäre natürlich, ein Team zu haben - und eben ein verändertes Geschäftsmodell, was eben nicht nur im Wesentlichen darin besteht, Geld für Werbung zu erhalten, die geschaltet wird - nicht für die Videoinhalte wohlgemerkt. Denn ein Team muss ja auch bezahlt werden.

Aber ich will nochmal zu den Aufgaben als Marketingmann zurückkommen. Der Marketingmann kümmert sich um die Marke. Aber was ist eigentlich meine Marke? Das ist im Laufe der Jahre durchaus im Wandel gewesen. Gestartet bin ich mal als Schiffstester. Kaum zu glauben, aber die Schiffstester.de-Domain habe ich bereits am 8. Mai 2008 registriert - als mir noch völlig die Phantasie fehlte, dass ich Jahre später tatsächlich mal allein von diesem Geschäftsfeld leben kann. Das Wort Schiffstester war damals selbst bei Google eher unbekannt. Aber ich fand es ganz passend. Ein befreundeter Markenrechtsanwalt hingegen war mehr oder weniger entsetzt - denn “Schiffstester” ist genauso wenig wie beispielsweise “Restauranttester” eine schutzfähige Marke.

Aber gut - es folgte dann irgendwann das erste Logo - von mir als Person war da noch keine Rede. Der ein oder andere wird sich noch an das alte Logo erinnern. Aus heutiger Sicht ein Logo, das aus verschiedenen Gründen völlig ungeeignet ist - aber das ist ein Thema für sich. Jahre später kam ich dann auf die Idee, dass es ja gar nicht so dumm wäre, mich als Person mehr in den Vordergrund zu stellen - denn das ist nun mal, was mich auch von Mitbewerbern unterscheidet. Videos kann am Ende jeder produzieren - Morr gibt’s nur bei Morr - und so wurde auch aus dem Live-Rundgang der Morr-Rundgang.

Es folgte dementsprechend die nächste Variante des Logos - entsprechend als “Schiffstester Matthias Morr”. Schiffstester ist natürlich besonders am Anfang sehr markant gewesen - aber man muss halt auch mal schauen, wie passend ist dieser Begriff eigentlich? Tester suggeriert, dass es vielleicht ein festes Schema gibt, nach dem Schiffe bewertet werden - das war aber ja nie so. Am Ende gibt es letztlich von mir keine Bewertung, sondern eine Entscheidungshilfe, ob ein Schiff für Euch passend ist oder nicht.

Tester hat auch den Haken, dass es an sich kein besonders positiv besetzter Begriff. Ein Tester ist jemand, der in einer Kabine das Staubkorn sucht. Und im Laufe der Zeit haben ja viele von Euch nach Merchandising gefragt. Nach einem halbherzigen Versuch mit T-Shirts mit der Aufschrift “Achtung, Schiffstester!” habe ich das Ganze erstmal nicht weiter verfolgt. Erst bei der Follower-Flusskreuzfahrt im vergangenen Jahr gab es dann mal Give-Aways mit dem aktuellen Logo drauf - wobei das Ganze eher den Charme hatte von Werbematerial eines Versicherungsvertreters.

Lange Rede, kurzer Sinn - Schiffstester habe ich in den vergangenen Monaten immer weniger verwendet - und der Schiffstester wird in diesem Jahr auch komplett verschwinden. Ich bin am Ende das, was man eine Personenmarke nennt - und daher bin ich auf den Social-Media-Plattformen auch überall Matthias Morr. Wie gut, dass ich mir schon in den 90er-Jahren die morr.de-Domain gesichert habe… Nun ist mein Name allein für Merchandising beispielsweise auch noch nicht so optimal - und so wird es künftig dafür unter anderem eine mehr oder weniger neue Untermarke geben - aber dazu demnächst mehr.

Bis in zwei Wochen - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke

Die Taufe von AIDAcosma in Hamburg war die erste große Schiffstaufe seit Corona in Deutschland. Und wer das Ganze verfolgt hat mit den vielen Drohnen am Himmel unter anderem, der wird sich vielleicht auch gefragt haben, wie die Inszenierung dieser Taufe genau ablief. In diesem Video gibt’s einen interessanten Blick hinter die Kulissen.

Und es geht nochmal ums Marketing - nämlich um das Marketing für AIDA. Das ist ja in diesen Zeiten durchaus herausfordernd - auch wenn es darum geht, künftige Generationen zu erreichen. Die “Absatzwirtschaft” hat sich in diesem Interview mit Alexander Ewig, dem Marketing- und Verkaufschef von AIDA, unterhalten - und da geht’s auch um die Frage: Können Kreuzfahrt grün sein?

Ich habe im Video ja darüber berichtet, wie die deutschen Anbieter nun wieder weitgehend eine Kreuzfahrt wie vor Corona anbieten. Franz Neumeier fasst hier mal die weltweite Lage zusammen - und er wirft auch einen Blick auf die Herausforderungen für die Branche in der nächsten Zeit.

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