Warum ein fester Tisch beim Essen auf Kreuzfahrt Vorteile hat
23. Februar 2020
Ahoi, Ihr Lieben!
Die Freestyle-Kreuzfahrt liegt ja eigentlich im Trend - Essen gehen, wann man möchte, wo man möchte - selbstverständlich ohne einen festen Tisch. Nun bin ich ja noch bis morgen auf der Costa Smeralda unterwegs, und hier geht es eher klassisch zu. Essenszeiten sind um 18.45 oder 21.15 Uhr - in einem von vier für alle inklusiven Bedienrestaurants - mit festem Tisch. Ein Buffetrestaurant gibt’s auch, das hat aber nur von 20 bis 21.30 Uhr geöffnet - aber klar, das ist eine Alternative, wenn man um 18.45 Uhr eigentlich essen soll, aber noch keinen Hunger hat.
Tisch 525 ab 18.45 Uhr ist also meiner im Restaurant „Il Meneghino“ - ein Zweiertisch, an dem ich allein sitze. Was schon mal Vorteile sind: Man muss keinen Tisch suchen, man muss nicht Schlange stehen, um einen zugeteilt zu bekommen, man geht einfach zu seinem festen Tisch hin zu Beginn der Essenszeit. Und man hat sein festes Kelnerteam. Die beiden überaus netten Philippinen lernen schnell: Ab dem zweiten Abend steht immer schon das Mineralwasser mit Gas bereit und die Butter (die es hier nur auf Nachfrage gibt) für das Brot. Das ist doch schon mal nett.
Am ersten Abend lerne ich dann auch das Ehepaar vom Nebentisch kennen - aus Kalifornien, wie sich herausstellt. Er mit italienischem Nachnamen - und so war es immer ein Traum von ihm, mal eine Kreuzfahrt mit Costa zu machen. Ich hätte ihn vielleicht 77 Jahre alt geschätzt - aber er war dann doch schon unfassbare 91 - sie war mit Mitte 80 etwas jünger. Aber beide eher aus der der Kategorien fröhlich, kommunikativ und kontaktfreudig. Sie war es auch, die mich angesprochen hatte: „Where are you from?“
Mit den beiden teile ich meine Torte, die ich zur Begrüßung bekomme. Am Ende des Abends reiche ich beiden die Hand: „My name is Matthias“. Das habe ich im Laufe der Jahre gelernt: Die Amerikaner machen das so. Wird man bei Amis am Tisch platziert, dann gebt ruhig gleich die Hand und stellt Euch vor… Ich hätte die beiden hier jetzt Laura und Jack nennen können - aber ehrlich gesagt: Ich bin katastrophal schlecht im Merken von Namen - ich habe sie leider vergessen…
An den nächsten Abenden ruft sie mir immer schon ein fröhliches „Ciao“ entgegen („This is the only Italian word I know“). Wir unterhalten uns - über ihr Geschäft früher - die Haltung von Milchkühen, über meinen Job - über das Essen an Bord - sie vermisst Prime Rib - einen amerikanischen Klassiker. Aber keine Chance an Bord eines Kreuzfahrtschiffs, das sich auf die Fahne geschrieben hat, durch und durch italienisch zu sein. In Civitavecchia steigen die beiden ab um zurück in die USA zu reisen. Und die beiden haben mich in meiner Meinung bestätigt: Ein fester Tisch kann seine Vorteile haben.
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Wer übrigens den Kompakt-Rundgang über die Artania vermisst, der am Donnerstag online gegangen war: Ich musste das Video nochmal offline nehmen, weil darin Musik enthalten war, für die ich aktuell keine Lizenz habe. Am Dienstag gibt’s dann die aktualisierte Version.
Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias
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