Warum ich gern mit Amerikanern auf Kreuzfahrt gehe
7. November 2021
Ahoi, Ihr Lieben!
Seit zwei Wochen bin ich ja nun schon wieder zurück von meiner Kreuzfahrt mit der Seabourn Ovation im Mittelmeer. Die Luxusreederei Seabourn setzt zwar auf eine internationale Kundschaft - aber die mit Abstand meisten Kunden kommen aus den USA. Gut 450 Gäste waren auf unserer Reise an Bord - davon knapp 300 Amerikaner und etwa 30 Gäste aus Deutschland.
Wenn ich mir eine Nation aussuchen könnte, mit denen am ich am Liebsten auf Kreuzfahrt gehe, dann sind das definitiv die Amerikaner. Und die Reise mit der Seabourn Ovation hat mich einmal mehr darin bestärkt. Man erlebt mit Amerikanern Dinge, die man mit Deutschen so eher nicht erlebt.
Ein Beispiel: Da ich ja nun allein unterwegs war, saß ich auch auf der Seabourn Ovation auch allein beim Abendessen. Aufgrund von Corona gibt es zur Zeit keine großen Tische zum Teilen. Eines abends saß ich im größten Restaurant an Bord, das einfach nur „The Restaurant“ heißt, ich hatte grad meine Bestellung aufgeben. Um mich herum saß niemand, die Tische waren leer. Etwa drei Meter entfernt zwei Frauen an einem Zweiertisch. Plötzlich steht eine von beiden auf und kommt auf mich zu und fragt mich (auf Englisch), ob ich mich nicht dazu setzen möchte. „Es ist doch nur ein Zweiertisch“, entgegne ich. „Kein Problem, ich kläre das“, sagt sie und macht sich auf die Suche nach einem Kellner. Und schon finde ich mich mit den beiden an einem großen, runden Tisch wieder.

Gail und Susie aus Sarasota in Florida an der Ostküste - ob man sich jetzt siezt oder duzt - die Frage stellt sich ja mit Amis nicht und so ist auch schnell ein Gefühl der Nähe da. Ich erinnere mich an meine erste Reise nach Florida, die mich 2003 zunächst nach Longboat Key führte, also ganz in die Nähe von Sarasota. Die beiden sind seit 30 Jahren schon befreundet, verraten sie und teilen sich eine große Owner Suite an Bord. Ich erzähle, dass ich gebürtig aus Wolfenbüttel komme - „home of Jägermeister“ - so erkläre ich das immer international. Das ist etwas anschaulicher als zu erzählen, dass ich im Wolfenbütteler Schloss zur Schule gegangen bin, wo Lessing einst Emilia Galotti schrieb.
Bei „home of Jägermeister“ horcht Gail auf - das kommt Ihr bekannt vor - von der Stadt hat sie schon mal gehört. Wie sich herausstellt, hat die Pflegerin ihrer Mutter dort lange gewohnt. Die Welt ist wirklich klein!
Ein schöner Abend mit den beiden - auch am nächsten Abend treffen wir uns wieder zum Essen. Nun sagt man Amerikanern gemeinhin nach, sie seien etwas oberflächlich - so dass Urlaubsbekanntschaften schnell vergessen sind. Aber es ist tatsächlich Gail, die sich nach der Reise immer wieder per Messenger bei mir meldet. Für mich war die Begegnung mit den beiden wieder einmal der Beweis: Ich mag es einfach mit Amerikanern auf Kreuzfahrt zu gehen!
Bis in zwei Wochen - spätestens,
Matthias
Treibholz - Meine Fundstücke
Der klassische Reisebericht auf der eigenen Homepage, der ist selten geworden in Zeiten, wo viele Urlauber lieber auf Instagram, Facebook & Co. etwas posten. Aber so ein ausführlicher Reisebericht mit schönen Fotos ist eben mal etwas anderes als ein kurzes Posting auf Social Media. In den letzten Monaten sind mir die unterhaltsamen Reiseberichte von Gerald aufgefallen - auf seiner Webseite „Zinni auf Reisen“ beschreibt er ausführlich die Kreuzfahrten, die er gemacht hat. So unter anderem seine letzte Kreuzfahrt mit der Hanseatic Nature von Hapag-Lloyd Cruises von Hamburg Richtung Island - hier entlang.
Selbst wenn man im Moment meist nur geimpft und getestet auf Kreuzfahrt gehen kann, passiert es doch immer wieder, dass positive Fälle erst während einer Kreuzfahrt bekannt werden - und was dann eigentlich als Gast passiert, das hat Franz Neumeier hier aufgeschrieben.
Ben and David sind zwei extrem erfolgreiche Kreuzfahrt-YouTuber aus England - in diesem 23-Minuten-Video (auf Englisch) gehen sie ausführlich auf ihre Erfahrungen mit den Corona-Maßnahmen an Bord ein - und kritisieren auch, welche Maßnahmen sie unlogisch finden.
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