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Morrletter #63

Warum Kreuzfahrten für Singles billiger werden könnten

21. Juni 2020

Ahoi, Ihr Lieben!

Ich hatte ja schon mal geschrieben: In diesen Zeiten kann man viel behaupten zur Zukunft der Kreuzfahrt. So lange keine stattfinden, ist es natürlich teilweise Leserei in der Glaskugel. Trotzdem gibt es Dinge, die absehbar sind. Und heute möchte ich einen Gedanken mit Euch teilen, der mir kam, als ich neulich sah, was die Einzelbelegung einer Kabine auf dem Fluss aktuell beim Veranstalter „Viva Cruises“ kostet. Es fallen nämlich nur zehn Prozent Zuschlag an - aber warum ist das so?

Viele Singles reagieren meiner Erfahrung nach mit Unverständnis auf die normale Preisgestaltung der Kabinen bei Einzelbelegung. Es ist ja ganz einfach: Kann ein Veranstalter normalerweise pro Kabine und Nacht zwei Mal 100 Euro einnehmen - also insgesamt 200 Euro - dann hat er kein Interesse daran, die Kabine bei Einzelbelegung für viel weniger als 200 Euro abzugeben.

Aber Corona sei Dank könnte sich das zunächst ändern. Warum? Schon jetzt ist absehbar, dass die Schiffe erstmal nicht mit voller Belegung wieder fahren werden. Das bedeutet: Kabinen werden frei gelassen. Und was bedeutet das für die Reederei? Für die ist es plötzlich durchaus attraktiver, nicht eine Kabine für zwei mal 100 Euro pro Nacht zu verkaufen und dafür eine Kabine leer zu lassen - sondern dann können sie genauso gut zwei einzeln belegte Kabinen für jeweils 120 Euro verkaufen - dann haben sie am Ende 20 Prozent höhere Einnahmen bei gleichbleibender Anzahl an Passagieren.

Also zunächst keine so schlechten Aussichten für Alleinreisende. Die Frage ist aber natürlich auch, ob für Singles Kreuzfahrten überhaupt interessant sind, wenn beispielsweise nicht mehr erlaubt ist (was nicht unwahrscheinlich ist) mit Fremden beim Essen am Tisch zu sitzen. Wirklich allein sein an Bord wollen ja vermutlich nur die wenigsten Singles…

*

Langsam geht’s auch bei mir wieder einen Schritt Richtung beruflicher Normalität. In der nächsten Woche bin ich tatsächlich auf einer Schiffstaufe. Der Bremer Veranstalter Plantours & Partner tauft am Mittwoch in Düsseldorf seinen ersten Flussschiff-Neubau - die „Lady Diletta“. Nun ist der Name etwas seltsam - der ein oder andere von uns Älteren glaubt vielleicht, ihn schon mal vor 30 Jahren in diesem Werbespot gehört zu haben: „Du Schuft, du, Diletta“ - oder war’s doch eher „die Lätta“?

Es gibt aber eine einfache Geschichte für den Namen. Plantours & Partner gehört zur italienischen Ligabue-Gruppe - und die jüngste Tochter von Inhaber Inti Ligabue heißt wie? Genau, Diletta - und das heißt auf Deutsch „Freuden“. Uns Deutsche erinnert es vielleicht eher an „dilettantisch“, was ja nun nichts Positives bedeutet - aber das wäre auf Italienisch „dilettantesco“. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich freue mich auf die Taufe!

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

Was hat eigentlich ein Kapitän in diesen Zeiten zu tun? Davon erzählt Andreas Greulich von der Mein Schiff 2 in diesem Interview. Es ist interessanter als es die schreckliche Überschrift vermuten lässt („Mein Schiff“-Kapitän packt aus: Keine Gäste an Bord – SO lässt es die Besatzung jetzt krachen!“).

Wo wir grad bei der Mein-Schiff-Flotte sind: Für Schiffsfotograf Oliver Asmussen hat sich das frühe Aufstehen am Mittwoch sowas von gelohnt - mit seiner Drohne schoß er - mit Genehmigung, wie er versichert, tolle Bilder morgens um 4 von der Mein Schiff 3 auf der Elbe auf ihrem Weg nach Hamburg (wo unter anderem Crew abstieg).

Die Carnival Mardi Gras basiert auf der gleichen Plattform wie AIDAnova, und sie wird das erste Kreuzfahrtschiff mit einer Achterbahn. Und die ist „Made in Germany“ - in diesem Interview verrät der Hersteller Details, warum eine Achterbahn auf einem Kreuzfahrtschiff eine Herausforderung ist.

Die NickoVision war das erste Schiff, das wieder auf Reisen ging nach dem Lockdown - Sat.1 berichtet in zwei Minuten von der Reise und lässt auch Passagiere und den Kapitän zu Wort kommen.

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