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Morrletter #35

Was auf dem Kreuzfahrtkongress Thema war

24. November 2019

Ahoi, Ihr Lieben!

In dieser Woche war ich beim Kreuzfahrtkongress. Das ist eine eher kleine Veranstaltung in Hamburg mit vielleicht 150 Besuchern, die sich Diskussionsrunden und Vorträge anhören. Dieses Jahr mit Themen, wie Landstrom oder Overtourism beispielsweise.

In erster Linie ist es aber eine Art Klassentreffen der Branche. Denn: Diese Branche ist in Deutschland vergleichsweise klein, man trifft bei solchen Events immer die gleichen Gesichter - ob nun Geschäftsführer, Vertriebsleute oder Pressesprecher - oder aber natürlich Medienkollegen.

Das Thema, auf das ich dort von vielen angesprochen wurde, war die Flusskreuzfahrt, die ich mit Euch mache. Das hat doch viele überrascht, dass nach kürzester Zeit kaum noch Kabinen verfügbar waren. Diejenigen, die dabei sind, sind übrigens zwischen 18 und 78 Jahren alt - ich habe ein Durchschnittsalter von 49 Jahren ausgerechnet - das ist etwa 20 Jahre niedriger als bei einer gewöhnlichen Flusskreuzfahrt…

Den Kreuzfahrtkongress habe ich auch genutzt, um eine Folge meines Podcasts „Menschen, Morr & Meer“ aufzuzeichnen (kommt am 5.12.) - und zwar mit Richard Vogel. Er war nicht nur der Erfinder von TUI Cruises, sondern war auch am Anfang bei AIDA dabei. Er hat mir nochmal erzählt, warum man einst „Premium Alles Inklusive“ eingeführt hat bei TUI Cruises, nämlich um dem Produkt mehr Wert zu geben - und sich damit aus dem Preiskampf zu verabschieden.

Mein subjektiver Eindruck ist, dass das mehrere Jahre gut geglückt ist - nun mit sieben Schiffen scheint es - und das ist genauso ein subjektiver Eindruck - doch zunehmend schwierig zu werden, am Ende keine Kabinen verscherbeln zu müssen. Immerhin gibt’s nun ein mehr Kabinen als jetzt für TUI Cruises erst 2023 - und deutlicheres Wachstum erst wieder 2024 und 2026 mit den LNG-Neubauten aus Italien. Mitbewerber AIDA hat bis dahin längst zwei weitere Riesenschiffe bekommen - es bleibt spannend, wie sich der Kreuzfahrtmarkt weiter entwickelt…

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

Bei neuen Schiffen sind uns die Amis ja immer mehrere Schritte voraus, wenn es darum geht, Features zu finden, die es so auf einem Kreuzfahrtschiff noch nicht gab bisher. Im Falle der Carnival Mardi Gras, die nächstes Jahr auf den Markt kommt (betrieben mit LNG, identische Plattform wie AIDAnova), wird das eine Achterbahn sein. Und die kommt aus Bayern - und Franz Neumeier konnte sich anschauen, wie diese Achterbahn aufgebaut an Land aussieht.

Arztrechnungen auf Kreuzfahrtschiffen sind häufig ein Ärgernis - schnell kann es richtig teuer werden. Mehrere ARD-Sender haben darüber in den letzten Wochen mal wieder im Fernsehen berichtet - unter anderem der SWR. Klar, eine Auslandsreisekrankenversicherung bewahrt einen vor dem Schlimmsten, nichtsdestotrotz finde ich es problematisch, wenn bei einem Bordhospital für die Reederei maximaler Gewinn bei Ausnutzen einer Notlage im Vordergrund steht.

Wer sich etwas näher mit oben erwähntem Kreuzfahrtkongress befassen möchte: Markus Lobsien von NDR 90,3 berichtet in 24 Minuten ausführlich darüber.

Interessante Entwicklung: Nachdem MSC angekündigt hat, den CO2-Ausstoß seiner Flotte zu kompensieren, hat nun in dieser Woche mit Easyjet eine Airline angekündigt, dieses künftig auch zu tun - und das Thema bleibt interessant - folgen weitere Reedereien und Airlines?

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