Was heißt eigentlich „schlechtes Essen“ auf Kreuzfahrt?
25. Oktober 2026
Ahoi, Ihr Lieben!
Wenn ich mal schaue, welches Thema in den Kommentaren unter meinen Videos am häufigsten auftaucht - dann ist es nicht der Preis, nicht die Kabine und nicht das Wetter. Es ist das Essen. Und fast immer fällt irgendwann der Satz: „Das Essen ist schlechter geworden.“
Was ist eigentlich schlechtes Essen?
Ich finde, das mit dem schlechten Essen ist extrem kompliziert - weil vermutlich jeder etwas anderes darunter versteht. Bei mir war es ja auf der Transatlantikreise mit Virgin Voyages (siehe Foto) eher umgekehrt: Da war das Essen so gut, dass ich mich danach nicht auf die Waage getraut habe. Aber das ist natürlich auch nur meine Sicht der Dinge.
Es fängt schon bei der Auswahl an: Wenn das Buffet oder die Speisekarte einfach nicht hergibt, was man sich vorgestellt hat, ist das Essen schnell „nicht so gut“ - auch wenn jedes einzelne Gericht ordentlich gekocht ist. Nächste Ebene ist der Geschmack: Hat der Koch schlecht gearbeitet - oder ist schon das Rezept so, dass ich am Ende nicht zufrieden bin? Das ist ein Unterschied, nur schmeckt man ihn auf dem Teller nicht.
Dann die Wertigkeit der Zutaten. Wer Rind erwartet und Schwein oder Huhn bekommt, hat deswegen noch lange kein schlechtes Essen - aber eben ein anderes, als er sich vorgestellt hat. Davon zu trennen ist die Qualität der Zutaten: Wurde beim Einkauf gespart, merkt man das auch beim besten Rezept.
Und schließlich die Zubereitung - da wird es endgültig persönlich. Der eine mag die Nudeln al dente, der andere hätte sie gern weich. Der eine merkt gar nicht, dass sein Fisch totgebraten ist, der andere ist entsetzt.
Spannend finde ich, dass hinter jeder dieser Ebenen jemand anderes steckt. Auswahl und Wertigkeit sind eine Frage des Konzepts - und damit letztlich des Budgets, das sich die Reederei pro Gast leistet. Die Rezepte sind in der Regel von der Zentrale vorgegeben. Die Qualität entscheidet sich beim Einkauf. Und erst die Zubereitung passiert wirklich in der Küche an Bord. Wenn also jemand schreibt, das Essen sei schlechter geworden, kann das am Koch liegen - genauso gut aber an einer Entscheidung, die Monate vorher in einem Büro an Land getroffen wurde. Man muss das wirklich differenziert betrachten. Nicht so einfach!
Warum plötzlich alle die alten Renaissance-Schiffe wollen
Apropos Entscheidungen, die in einem Büro an Land fallen: Phoenix Reisen hat diese Woche bekannt gegeben, dass die Insignia von Oceania ab November 2027 als Alvara für den Bonner Veranstalter fährt. Damit hat Phoenix nach dem Abschied der Deutschland wieder vier Hochseeschiffe. Erst im September hatte Ambassador Kreuzfahrten angekündigt, die Schwester Sirena ab 2028 nach Deutschland zu holen. Zwei Schiffe derselben Klasse innerhalb weniger Wochen - Zufall dürfte das nicht sein.
Die ehemaligen Renaissance-Schiffe sind Ende der Neunziger gebaut und haben Platz für rund 700 Gäste - genau die Größe, die im deutschen Markt abseits von AIDA und TUI Cruises gefragt ist. Neubauten in der Größe gibt es kaum, und für einen Veranstalter wie Phoenix wären sie vermutlich auch kaum zu stemmen. Also wird gebraucht übernommen. Dazu kommt bei der Insignia ein ganz praktischer Punkt: Sie hat schon einen Landstromanschluss - ab 2030 in der EU Pflicht, wo der Hafen das anbietet. Ein Umbau weniger.
Und die Insignia ist ein Schiff mit Geschichte: gebaut für Renaissance Cruises, dann Oceania, zwischendurch zwei Jahre als Columbus 2 für Hapag-Lloyd Cruises. Ich war zuletzt an Bord, als sie noch Columbus 2 hieß - das ist also schon ein paar Jahre her. Mal schauen, ob ich sie in Türkis wiedererkenne.
Landausflüge - günstiger und ohne vollen Bus
Bei Landausflügen machen es sich viele leicht - und buchen einfach bei der Reederei. Verstehe ich, ist ja bequem. Nur zahlt man dafür häufig mehr, und man sitzt meist mit einem ganzen Bus voller Mitreisender zusammen. Über morr.de/landausfluege bucht Ihr Ausflüge bei meinem Partner - oft günstiger als an Bord und fast immer in deutlich kleinerer Gruppe.
Und gerade gibt's einen Grund mehr: Mein Partner wird zehn Jahre alt und gibt zum Jubiläum 10 Prozent auf alle Landausflüge - noch bis einschließlich 1. November. Der Code dafür: TA1467-0P10C-10JAHREMLA. Mit anderen Rabattaktionen kombinieren lässt er sich nicht - aber zehn Jahre sind im Ausflugsgeschäft ja auch schon eine Hausnummer. Wer für die nächste Reise also schon weiß, wo's hingeht - jetzt ist ein guter Moment.
Was Royal Caribbean besser macht - und was nicht
Wo wir grad bei Landausflügen sind: In Neapel habe ich genau so eine Streetfood-Tour gemacht - sechs Stopps, Campari Spritz, Meatballs und eine zusammengeklappte Pizza, für rund 30 Euro. Zu sehen im neuen Video von meiner Woche auf der Legend of the Seas von Royal Caribbean.
Das Fazit fällt zweigeteilt aus. Bei der Unterhaltung spielt Royal Caribbean in einer eigenen Liga - Eislaufshow, America's Got Talent, zum Abschluss das Musical „Charlie und die Schokoladenfabrik“ mit Live-Orchester. Ich war völlig geflasht. Der größte Haken ist aus meiner Sicht das Essen - konzipiert für Amerikaner, viel Snack, viel Fett, wenig Ausgewogenes. Womit wir wieder beim Thema vom Anfang wären: eine Frage des Konzepts, nicht der Küche. Dazu die Getränkepreise: 14 Dollar für einen Cocktail, plus 18 Prozent Service, plus Mehrwertsteuer. Warum AIDA und Mein Schiff bei der Show nicht mithalten? Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss. Das ganze Video gibt's hier.
Wer vor der nächsten Buchung wissen will, was ihn an Bord erwartet - auch beim Essen - das Buchungs- und Beratungsteam hilft Euch unter 040/25 32 87 88 oder über morr.de/reiseanfrage.
Bis nächste Woche - spätestens,
Euer Matthias
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