Was Kreuzfahrtschiffe mit Einkaufszentren gemeinsam haben
20. Oktober 2019
Ahoi, Ihr Lieben!
Kreuzfahrtschiffe und Einkaufszentren haben etwas gemeinsam, was sie am Ende erfolgreicher macht - verglichen mit anderen Anbietern von Reisen oder verglichen mit einer typischen Fußgängerzone in einer Innenstadt. Die Betreiber von Kreuzfahrtschiffen und Einkaufszentren können ganz genau steuern, wie ihr Angebot aussehen soll. In einem Einkaufszentrum: Wieviel Gastronomie soll es geben, wieviele Ruhezonen, wieviele Aktionen, wie Modenschauen beispielsweise - immer mit dem Ziel, beim Besucher eine hohe Zufriedenheit zu erreichen.
Und auf Kreuzfahrtschiffen ist das natürlich ähnlich - alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Ansonsten ist das ja in Urlaubsgebieten nicht so - der Mix aus Gastronomie, Unterkünften und Aktivitäten ergibt sich mehr oder weniger zufällig - Vermieter vergeben die Räumlichkeiten, für die sich die Betreiber dann bewerben. Es fehlt in der Regel die Instanz, die das große Ganze im Auge behält. Am Ende gibt es vielleicht zu viele Restaurants - oder zu wenige.
Ähnlich ist es in Innenstädten. Das erklärt, warum die Hamburger Innenstadt eine vergleichsweise geringe Aufenthaltsqualität hat - es fehlen Cafés, Bars oder Kultureinrichtungen - die Vermieter haben im Zweifel finanzstärkere Einzelhändler bevorzugt, weil jeder Eigentümer meist nur sein Objekt im Blick hat und nicht die gesamte Hamburger innenstadt.
In dieser Woche wurde in Warnemünde AIDAcosma auf Kiel gelegt - und einige von Euch waren überrascht, dass es verglichen mit AIDAnova doch zahlreiche Unterschiede gibt. Weil man vermutlich festgestellt hat, dass sich der Klettergarten nicht wirklich bewährt hat und weil ein Pooldeck für Partys fehlte, wie man sie von den ersten zehn AIDAs kannte.
Weil man nun aber an hoher Kundenzufriedenheit interessiert ist, passt man natürlich bei einem Neubau das Konzept an die Bedürfnisse an - völlig problemlos, schließlich hat das Schiff nur einen Eigentümer, der machen kann, was er will.
Schaut man nun auf den Einzelhandel, dann sind allerdings heute Einkaufszentren auch nicht mehr der Heilsbringer wie in früheren Jahren - der Handel insgesamt steht durch Amazon & Co. massiv unter Druck - die Betreiber versuchen zu reagieren und etablieren nun beispielsweise mehr Gastronomie in den Mails.
Die Kreuzfahrtbranche hat es da momentan noch gut - eine direkte Bedrohung, wie es der Onlinehandel für Einkaufszentren ist, ist aktuell noch nicht abzusehen. Aber auch was unsere Lieblingsbranche angeht ist klar: Das Geschäft wird mit den drastisch wachsenden Betten-Kapazitäten auf den Weltmeeren und Flüssen in den nächsten Jahren eher schwieriger als leichter. Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias
Treibholz - Meine Fundstücke der Woche
Stichwort es wird auch für die verwöhnte Kreuzfahrtbranche schwieriger: Das Fachmagazin fvw hat bei einer Analyse festgestellt, dass die Preise für Kreuzfahrten absacken - die Nachfrage ist nicht in dem Maße gestiegen wie die Anzahl der Betten.
In dieser Woche kam mit „Ich war noch niemals in New York“ ein Film in die Kinos, der im Wesentlichen auf einem Kreuzfahrtschiff spielt. Es ist nicht wirklich ein Schiff - gedreht wurde nämlich im Studio. Sieht man die „Maximiliane“ fahren, handelt es sich um computergenerierte Bilder. Ich habe mir am Donnerstag die Verfilmung des Musicals mit den Songs von Udo Jürgens angeschaut - ich würde auf einer Skala von 1 bis 10 nicht mehr als 2 oder 3 Punkte vergeben. Mein Tipp: Spart Euch das Geld fürs Kino. Hier geht’s zum Trailer.
Was ich mir am Wochenende auch anhören werde: Die neue Folge vom Cruisetricks-Podcast. Dieses Mal gehrt es um eine Ultraluxus-Kreuzfahrtyacht, die Scenic Eclipse.
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