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Morrletter #29

Welche Nachteile riesige Schiffe wirklich haben

13. Oktober 2019

Ahoi, Ihr Lieben!

Grundsätzlich bin ich jemand, der große Kreuzfahrtschiffe erstmal positiv sieht. Und mit groß meine ich wirklich groß - also sagen wir Schiffe für über 5000 Passagiere. Klar, die Vielfalt an Aktivitäten und Restaurants beispielsweise ist riesig. Und da die Schiffe ja auch von Menschen geplant werden, die im Idealfall auch Ahnung haben, sollte es auch so sein, dass sich die Menschenmassen an Bord so gut verteilen, dass man überhaupt gar nicht merkt, dass man auf einem großen Schiff ist. Und genau das ist ein Punkt, wo viele sagen würden, dass sie lieber nicht auf ein großes Schiff gehen wollen - weil sie sich eben nicht vorstellen können, wie gut sich die Gäste verteilen können.

Ein Nachteil für mich auf großen Schiffen: Es ist anonymer - man kann Menschen - ganz gleich ob andere Gäste oder Crew - ein einziges Mal sehen während einer Reise und dann nie wieder - weil sich eben alles so gut verteilt.

Und etwas was nicht ganz so offensichtlich ist: Mehr Menschen bringen mehr Probleme mit sich - ganz logisch. Hat ein Schiff mit 1000 Gästen vielleicht eine Notausschiffung pro Monat, weil jemand schwer erkrankt ist, hat ein Schiff mit 6000 Gästen - zumindest statistisch gesehen - sechs Notausschiffungen, für die vielleicht sogar die Fahrtroute geändert werden muss.

Große Schiffe bedeuten größere Probleme. In dieser Woche musste AIDAnova aufgrund technischer Probleme länger in Marseille liegen, so dass am Freitag der Wechselhafen Barcelona entfiel. Klar, AIDA hat sich um alles gekümmert, so dass Gäste ab Marseille abreisen konnten oder aber einen Tag später ab Mallorca. Nur bedeutet so ein Vorfall: AIDA hat bei so einem großen Schiff dann schon ein sehr großes Problem.

Dass sich AIDA um die Gäste kümmern muss, bedeutet nicht, dass sie zaubern können. Wenn es keine passenden Flüge mehr gibt, ist einfach nichts zu machen - und das sind bei einem Schiff mit mehr als 5000 Gästen eben andere Problemdimensionen als bei einem Schiff mit 500 Gästen. Und nicht zu vergessen: Probleme in dieser Größenordnung sind eine gewaltige Belastung für die Crew und auch die Mitarbeiter an Land. Von daher wünsche ich besonders denen, die diese großen Probleme lösen mussten - an Bord oder in Rostock in der AIDA-Zentrale - einen hoffentlich ruhigen Sonntag.

Bis nächsten Sonntag - spätestens,

Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

Probleme gab es in dieser Woche nicht nur auf der AIDAnova, sondern auch auf der Norwegian Spirit. Zahlreiche Häfen fielen wetterbedingt aus - dazu kamen offenbar noch Probleme an Bord. Im Atrium versammelten sich daraufhin viele Gäste und verlangten lautstark eine Erstattung des Reisepreises.

Dass man den CO2-Ausstoß einer Kreuzfahrt kompensieren kann, wisst Ihr - allerdings künftig nicht mehr beim Anbieter Atmosfair. Hier ist man der Ansicht, dass die Kreuzfahrtbranche nicht genug tut, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

„Verrückt nach Fluss“ ist da mit einer neuen Staffel - die ersten fünf Folgen auf dem Douro und dem Rhein sind nun in der Mediathek.

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