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Morrletter #78

Wenn sich Crewmitglieder neue Jobs suchen

4. Oktober 2020

Ahoi, Ihr Lieben!

Die Seele eines Kreuzfahrtschiffes - das ist die Crew, gar keine Frage. Wenn man sieht, wie wenige Kreuzfahrtschiffe aktuell erst wieder fahren, dann kann man ahnen: Viele, die sich sonst an Bord um uns kümmern, sind zur Zeit arbeitslos. Sind es zumindest die Angestellten unter uns doch gewöhnt, zur Zeit wenigstens Kurzarbeitergeld zu bekommen, sieht das für die meisten Crewmitglieder schon ganz anders aus. Sie gehen nämlich in der Regel komplett leer aus, so lange sie nicht an Bord sind und arbeiten.

Und das muss man sich erstmal leisten können. Statt vielleicht sonst drei Monate an Land zu sein und Urlaub ohne Gehalt zu haben, ist die aktuelle Phase ohne Lohn erheblich länger. Viele sind seit mehr als sechs Monaten zu Hause - und eine konkrete Perspektive, wann es denn wieder los geht, fehlt nach wie vor. Zwar sehen die ersten Reedereien schon wieder im Frühjahr 2021 alle Schiffe ihrer Flotte wieder im Einsatz - aber dafür ist es auch nötig, dass die Nachfrage nach Kreuzfahrten wieder steigt. Aktuell ist die Mein Schiff 2 ab Hamburg unterwegs, und ich hörte von nur noch etwa 450 Gästen an Bord auf dieser Reise.

So ist es wenig überraschend, dass einige Bekannte von mir, die an Bord arbeiten, die Branche bereits verlassen habe. Zunächst war es ein Personal-Offizier an Bord eines Schiffs, der einen Job an Land annahm. Dann hörte ich im Bekanntenkreis von einem DJ, der nach vielen Jahren an Bord nun auch wieder einen Job an Land angenommen hat. Und dann ist da noch ein Nautiker, der nun auch in dieser Phase der Unsicherheit künftig lieber für die Reederei an Land arbeitet.

Drei Beispiele - allein aus meinem Bekanntenkreis - und man kann davon ausgehen, dass das nur ein winziger Teil der Crewmitglieder ist, die die Branche verlassen haben oder in den nächsten Wochen und Monaten noch verlassen werden. Klar, andere werden woanders arbeitslos - und für die ist dann vielleicht die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff künftig attraktiv - aber für die Reedereien ist es eigentlich auch erforderlich, erfahrenes Personal zu haben. Für einige Anbieter - besonders mit kleineren Schiffen - ist auch Crew wichtig, die den Gästen schon vertraut ist. Denn die persönliche Beziehung zu Crewmitgliedern bindet auch Kunden an einen Veranstalter - wenn die Mitarbeiter nun aber nicht mehr da sind, wird das zum Problem. Kurzum: Für die Anbieter ist der Weggang von Crewmitgliedern eine weitere große Herausforderung in der Coronakrise.

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

Statt monatelang immer nur im Kreis zu fahren, sind die Stärke von Phoenix Reisen ja „echte“ Kreuzfahrten - und teilweise sogar Weltreisen. Dementsprechend schwierig ist die Lage für das Bonner Unternehmen - auch wenn Geschäftsführer Benjamin Krumpen im Interview mit Cruisestart durchaus zuversichtlich klingt.

Damit es an Bord der Mein-Schiff-Flotte aktuell nicht zu großen Menschenansammlungen kommt, hat man neue Positionen geschafften - die sogenannte „Gastgeber Crowd Control“, wie hier zu lesen ist.

Einen neuen YouTube-Kanal gibt es ab sofort, wo es um die Kreuzfahrt in Hamburg geht. „Hamburg Cruise News“ heisst das Ganze - und dahinter steckt unter anderem Cruise Gate Hamburg, die die Kreuzfahrtterminals in der Stadt betrieben. In diesem ersten Video freuen sich Hapag-Lloyd-Cruises-Kapitän Ulf Wolter und viele Urlauber über den erfolgreichen Neustart.

Rund um die Kreuzfahrt entstehen ja jede Menge wissenschaftliche Arbeiten - auch Abschlussarbeiten von Studenten. Und Ihr könntet bei der Bachelorarbeit von Philipp helfen - seine Umfrage dauert nur wenige Minuten. Sein Thema sind die Bordportale, wo man Aktivitäten für die Kreuzfahrt buchen kann - die nun in Corona-Zeiten immer wichtiger werden, weil man sich nun auch für Theaterbesuche usw. anmelden muss. Hier geht’s zur Umfrage - also macht kurz mit und helft Philipp!

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