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Morrletter #36

Wie das AIDA-Produkt immer komplizierter wird

1. Dezember 2019

Ahoi, Ihr Lieben!

Wenn Ihr das lest, bin ich vermutlich auf der AIDAmira - der ehemaligen Costa neoRiviera. Nach der kurzen Welcome-Cruise geht es dann (ohne mich) am Mittwoch Richtung Kapstadt - und von dort eben dann immer an der Küste Südafrikas entlang.

Was mir aufgefallen ist: Das Produkt AIDA zu erklären, ist in den vergangenen Jahren immer komplizierter geworden. Und mit dem Start der AIDAmira setzt sich das nochmal fort. Klar: Vielen ist das Essen auf einer Kreuzfahrt besonders wichtig. Und früher war das auf AIDA ganz einfach: Buffetrestaurants mit Selbstbedienung sind im Reisepreis enthalten - Tischgetränke sind inklusive.

Nun gab es in der Anfangsjahren von AIDA auf den ersten drei Schiffen auch ein kleineres Restaurant an Bord, das „maritime Restaurant“ (später „Rossini“, heute „Selection Restaurant“), wo das Essen mit Bedienung inklusive war und die Getränke gegen Aufpreis erhältlich waren. Ähnlich läuft das ja im Brauhaus, im „Casa Nova“, im „French Kiss“, im „Best Burger @ Sea“ und im „Ocean’s“ auf einigen Schiffen der Flotte. AIDA nennt diese Restaurants „Spezialitäten-Restaurants“.

Nun gibt es ja auch noch „Rossini“, „Buffalo Steak House“ und einige andere Restaurants mit Bedienung - da würde man vom Verstand her sagen, das sind doch auch Spezialitäten-Restaurants - in der AIDA-Terminologie sind das aber „A-la-carte-Restaurants“ - hier sind Speisen und Getränke zu bezahlen.

AIDAmira macht nun aber die Verwirrung komplett - baulich war es nicht anders möglich, dass das größte Restaurant an Bord erstmals bei AIDA ein Bedienrestaurant ist - das „Explorer-Restaurant“. Natürlich ist da das Essen inklusive. In der Logik von AIDA würde man nun eigentlich erwarten, dass hier die Getränke extra zu bezahlen sind. Dem ist aber nicht so - die Getränke sind inklusive. Einen Begriff hat AIDA dafür noch nicht geschaffen - aber „Spezialitäten-Restaurant“ und „A-la-Carte-Restaurant“ scheiden ja dafür aus. Vielleicht „Spezialitäten-Restaurant mit Inklusiv-Getränken“ - ich sage ja, es wird immer komplizierter…

Freut Euch auf viele Videos von AIDAmira - und auf den Livestream heute Vormittag.

Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias


Treibholz - Meine Fundstücke der Woche 

Die Norwegian Encore ist das letzte Schiff vorerst, das auf der Meyer-Werft in Papenburg für NCL entstanden ist. Auf dem YouTube-Kanal der Werft gibt’s ein sehr hübsches Video.

Besonders in den SPAs amerikanischer Reederei, kann es mal Anwendungen geben, die teurer sind als die ganze Reise. So glaubte eine Dame auf einer Kreuzfahrt mit Royal Caribbean, sie habe eine Gesichtsbehandlung für 29,50 Dollar gebucht. Nur dummerweise handelte sich dabei um einen Irrtum - der Preis war nämlich hundert Mal so hoch - also 2950 Dollar. Das ganze Drama: Hier nachzulesen auf Englisch.

In der Theorie könnte man ja Kreuzfahrten auch mit Zügen machen - wer sagt denn, dass es immer Schiffe sein müssen. Aber was es ja immerhin gibt: Schlafwagen. Zwar nicht mehr von der Deutschen Bahn - aber beispielsweise von den Österreichischen Bundesbahnen - und hier gibt’s ab 2022 tolle neue Nightjet-Züge - schaut die Bilder Euch mal an.

Und wo ich mich grad thematisch ganz weit weg von der Kreuzfahrt bewege: Der Marketing-Chef von Ryanair propagiert, doch lieber Economy statt Business auf der Langstrecke zu fliegen - der CO2-Ausstoß pro Kopf sei in der Economy schließlich erheblich geringer - hier nachzulesen (auch nur auf Englisch). Übertragen auf die Kreuzfahrt hieße dies: Auch die Vierer-Belegung einer Kabine ist natürlich von der Pro-Kopf-Emission besser als die Einzelbelegung…

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