Wie Kreuzfahrt auch als Aktivurlaub geht
24. Oktober 2021
Ahoi, Ihr Lieben!
Ich hab’s ja an der einen oder anderen Stelle schon mal erwähnt: Dieses Jahr brachte bisher für mich die Erkenntnis, dass mir Bewegung doch sehr viel mehr Spaß macht, als ich früher vielleicht annahm. So mache ich mittlerweile nicht nur mehrmals pro Woche Sport, ohne, dass ich es als Last empfinde - ganz im Gegenteil. In Österreich war ich ja neulich zum Wandern - was mir auch mehr Spaß gemacht hat, als den ganzen Tag irgendwo in der Sonne zu liegen.
Auf Kreuzfahrten waren es schon immer eigentlich die Radausflüge, die mir besonders viel Spaß gemacht haben. Die gibt’s aber eher bei den deutschen Reedereien. Die vergangenen acht Tage war ich ja auf der Seabourn Ovation - und der amerikanische Luxusanbieter hatte eher klassische Kreuzfahrtausflüge im Angebot - Panoramafahrten, Weinverkostungen - sowas in der Art.
Wer’s aktiver mag: Kein Problem - es war bis auf einen Tag immer auch Landgang auf eigene Faust möglich. Und so habe ich mir vorher meinen eigenen Aktivurlaub zusammengestellt. Relativ schnell und einfach geht das mit Apps, wie Komoot oder Outdooractive - hier laden andere Nutzer ihre Wanderungen oder Fahrradtouren beispielsweise hoch - und so habe ich mir zumindest an drei Tagen mein Aktivprogramm schnell selbst ausgesucht.
Auf Korsika sollte es eine Wanderung sein - knapp elf Kilometer - entlang der Küste. Zum Startpunkt kam ich mit dem Linienbus - gut 20 Minuten Fahrzeit ab Ajaccio. Ich konnte es kaum glauben, als mir der Busfahrer den Fahrpreis nannte - grad mal ein Euro pro Strecke. Es ging mir jetzt nicht darum einen Ausflug zu machen, der nur zwei Euro kostet - sondern es ging mir schon in erster Linie um die Bewegung. Gut drei Stunden war ich unterwegs - bei perfektem Wetter - für mich ein perfekter Ausflug.
Toulon am nächsten Tag - hier hatte ich keine Wanderung ausgesucht, sondern eine Joggingstrecke. Die begann praktischerweise direkt am Hafen - und erstreckte sich über gut zehn Kilometer. Dabei ging es auch noch 90 Meter bergauf - durchaus eine Herausforderung. Nach etwas über einer Stunde hatte ich dann schon viel von der Stadt gesehen und war erstmal fix und fertig - aber es tat auf jeden Fall sehr gut!
Die dritte Variante dann in Maó auf Menorca - hier hatte ich bei einem Fahrradladen ein Mountainbike für 20 Euro pro Tag vorher schon reserviert und eine 30-Kilometer-Route ausgesucht. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Strecke gefahren zu sein, wo ein Mountainbike so nötig war wir hier. Über teils sehr steinige und schmale Wege ging es - meist recht einsam und ruhig - sehr abenteuerlich! Das sind Strecken, wo eine spezielle App definitiv sehr hilfreich ist, weil man komplett auf eigene Faust wohl nur über die Hauptstraßen fahren würde. Auch das war am Ende ein rundum gelungener Landausflug!
Das waren jetzt mal drei eher untypische Aktivitäten, die aber gezeigt haben, dass man aus einer Kreuzfahrt durchaus auch einen Aktivurlaub machen kann. Nur großartig Geld hat jetzt keiner mit mir verdient - der Betreiber der Bimmelbahn, die durch Ajaccio fuhr, profitierte leider genauso wenig von mir, wie die Betreiber irgendwelcher Glasbodenboote auf Menorca. Diese typischen Angebote, für die Touristen Geld ausgeben sollen, setzen ja meist auf wenig körperliche Aktivität, damit es für möglichst viele interessant ist. Aber selbst eine Bootsfahrt finde ich mittlerweile nicht mehr so wirklich spannend…
An den drei Tagen, wo ich auf dem Schiff geblieben bin, war ich immerhin auf dem Laufband. Und so hatte ich dann abends beim Essen nicht mal beim Dessert ein schlechtes Gewissen…
Bis in zwei Wochen - spätestens,
Matthias
Treibholz - Meine Fundstücke
Es dauert zwar noch, bis AIDAcosma auf ihre erste Fahrt mit Passagieren geht, aber der Neubau hat nun an diesem Wochenende die Meyer Werft in Papenburg über die Ems verlassen. Als Verantwortlicher auf der Brücke steht noch nicht AIDA-Kapitän Vincent Cofalka, sondern ein Kapitän der Meyer Werft - Wolfgang Thos - ein Mann, den später nie ein AIDA-Gast kennenlernen wird - denn mit der Übergabe von AIDAcosma an die Reederei endet sein Job. Wie sich der Werftkapitän auf so eine Emsüberführung vorbereitet, dass hat er Christoph Assies in diesem Interview verraten.
Wo wir grad bei der Meyer Werft sind: 2023 stellen die Papenburger ein Luxusschiff für die Reederei Silversea fertig. Es soll dann das erste Schiff sein, das während der Liegezeiten im Hafen keine Emissionen mehr ausstößt. Auf der einen Seite ist das möglich, weil das Schiff an Landstrom angeschlossen werden kann - das ist allerdings noch nicht das Besondere. Angeschlossen werden können mittlerweile schließlich mehr Kreuzfahrtschiffe weltweit an Landstromanlagen als es überhaupt Anlagen gibt. Neu ist, dass das Silversea-Schiff seine Energie im Hafen aus Brennstoffzellen bezieht - mehr Details zu den saubereren Schiffen der Zukunft gibt es hier.
Vergleicht man verschiedene Reedereien, dann gibt es häufig doch viele Gemeinsamkeiten. Ein Anbieter versucht nun vieles anders zu machen als andere Anbieter - Virgin Voyages von Milliardär Richard Branson mit der Scarlet Lady. Mittlerweile hat sie Karibik-Kreuzfahrten begonnen - und die Kollegen von Cruise Critic aus den USA schreiben hier (auf Englisch), was ihnen gut gefallen hat und was nicht - spannend!
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