Wie realistisch sind Kreuzfahrten im ersten Halbjahr?
17. Januar 2021
Ahoi, Ihr Lieben!
Beschäftigt man sich 2021 mit Kreuzfahrten, dann wäre wie schon im vergangenen Jahr eine Glaskugel hilfreich. Wobei die Glaskugel an sich nicht ausreicht - man sollte auch die Fähigkeit haben, damit in die Zukunft zu schauen. Mit beidem kann ich leider nicht dienen, aber natürlich mache auch ich mir Gedanken, wie es mit der Kreuzfahrtbranche vor allem im ersten Halbjahr weitergeht.
Aktuell fahren noch Mein Schiff 1 und 2 und Europa 2 rund um die Kanaren - das könnte erstmal so weiter gehen - aber es besteht natürlich das Risiko, dass die Bundesregierung private Urlaubsreisen in den nächsten Wochen noch unmöglich macht. Die Schlinge zieht sich - wenn man es so formulieren möchte - weiter zu, so dass ich fast Geld verwetten würde, dass es auch auf den Kanaren wieder zu einer Unterbrechung des Kreuzfahrtbetriebs kommt. Zumindest für einige Wochen.
Irgendwann kämen die Lockerungen - und damit würden die Reedereien auch wieder die Möglichkeit für einen Neustart sehen. Der wäre mit einigen Schiffen auch kurzfristig möglich, weil bereits Crew an Bord ist. Die spannende Frage: Wird es im ersten Halbjahr möglich sein, welche von den länger geplanten Reisen wieder anzubieten - also die Katalogreisen, wenn man so will - oder wird es erstmal nur möglich sein, Reisen innerhalb eines Landes zu machen? Das hat ja 2020 durchaus schon mal geklappt - Reisen rund um Italien oder rund um Griechenland - ohne, dass das Land verlassen wird. Costa, MSC und Hapag-Lloyd Cruises war es im vergangenen Jahr sogar schon wieder gelungen Kreuzfahrten anzubieten, die mehrere Länder beinhalteten.
„Blaue Reisen“ ab deutschen Häfen wären sicher auch bald wieder möglich, sobald es kein Beherbergungsverbot mehr gibt und auch die Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen wieder erlaubt wäre. Klar - „blaue Reisen“ sind letztlich nur eine Notlösung - der Landgang gehört zu einer Kreuzfahrt nun mal dazu. Spannend wird, wie sich in diesem Jahr Norwegen verhält - wo es im vergangen Jahr zum Teil nicht mal mehr möglich war, in die Fjorde zu fahren ohne Landgang.
Grundsätzlich dürfte es für die Anbieter im Kreuzfahrten-Massenmarkt nach wie vor einfacher sein in diesem Jahr als die Veranstalter, die eher Kunden haben, die besondere Routen erwarten, wie Phoenix Reisen oder Plantours Kreuzfahrten. Wobei beide Anbieter ja immerhin auch Flusskreuzfahrten veranstalten, die sicher vergleichsweise früh wieder starten werden. Auf dem Fluss könnte ich mir vorstellen, dass man nun auch die Flusskreuzfahrer vor der Reise mit Antigen-Schnelltests testet - die standen 2020 ja noch nicht für die Flusskreuzfahrt-Saison zur Verfügung.
Schauen wir mal etwas über den Tellerrand hinaus. Viele Amerikaner lieben ja Kreuzfahrten in Europa - dementsprechend groß ist normalerweise das Angebot. Dass es nun im ersten Halbjahr schon Kreuzfahrten ab Barcelona mit amerikanischen Gästen auf einer Harmony of the Seas von Royal Caribbean geben könnte, dafür fehlt mir die Phantasie, ehrlich gesagt. Aber immerhin ist absehbar, dass mehr und mehr Menschen geimpft werden, und damit dürfte es auch für die Kreuzfahrt langsam wieder bergauf gehen.
Bis in zwei Wochen - spätestens,
Matthias
Treibholz - Meine Fundstücke
Wie sieht die Perspektive der Kreuzfahrtbranche etwa ein Jahr nach Beginn der Covid-19-Pandemie aus? Darüber berichtet hier die Deutsche Welle, die unter anderem meinen Schweizer Kollegen Thomas Illes befragt hat - er rechnet nicht damit, dass die Reedereien Fahrten ohne Hafenanläufe dauerhaft anbieten.
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