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Morrletter #151

Wird die Zukunft der Kreuzfahrt so spannend wie die Vergangenheit?

23. Juli 2023

Ahoi, Ihr Lieben!

Gab es eigentlich spannendere Phasen für Menschen, die über die Kreuzfahrt berichten als im Moment? Schauen wir mal zehn Jahre zurück - 2013 - da kam beispielsweise die Europa 2 auf den Markt - jetzt im Rückblick gesehen war sie schon wegweisend fürs Luxussegment. 2014 kam die Mein Schiff 3 - der erste Neubau für TUI Cruises, der für die nächsten zehn Jahre die Marschrichtung vorgab. Und 2015 wäre eigentlich die AIDAprima gekommen - es wurde aber 2016 - und damit kam das erste Schiff, an dem sich die drei folgenden Neubauten orientierten - entweder im Rahmen der gleichen Schiffsklasse - oder nochmal deutlich vergrößert und erweitert.

Jetzt ist es 2023 - und nach Corona wurden erstmal keine Schiffe mit Relevanz für den deutschen Markt bestellt. Eine neue Europa ist nicht in Sicht, ein Phoenix-Neubau bisher ebenfalls nicht, AIDA hat keine Schiffe mehr im Auftragsbuch stehen - einzig die Mein-Schiff-Flotte wächst um drei Schiffe, die 2024 und 2026 auf den Markt kommen. Die Kapazität an Betten steigt dadurch um schlappe 40 Prozent.

Mein Schiff 7 Anfang 2024 ist das letzte Schiffe der bisherigen Baureihe - aber Neubau Nummer 8 (siehe Foto; voraussichtlich Ende 2024) wird dann tatsächlich mal wieder ein wirklich spannendes Schiff. Stück für Stück hat TUI Cruises in den vergangenen Wochen Details enthüllt: Balkonkabinen für Singles wird es geben, sehr viel Außenflächen, einen Bereich für Suitengäste mit gleich zwei Restaurants - und noch einiges mehr. Die beiden Restaurants für Suitengäste wurden erst am Freitag bekannt gegeben. Spannend: Eines der beiden Restaurants ist ein reines Aufpreis-Restaurant. Ein derartiger Versuch einer Reederei - im Rahmen eines Schiff-im-Schiff-Konzepts für Suitengäste ein Aufpreis-Restaurant zu etablieren - ist mir bisher nicht bekannt.

Viele (auch ich) hatten im Vorfeld spekuliert über den Neubau: Werden die Neubauten Nummer 8 und 9 vielleicht spezielle Familienschiffe? Wie es im Moment aussieht: Eher nicht - zumindest sind auf den ersten Bildern keine Rutschen oder ähnliches zu sehen. Das muss aber letztlich auch noch nicht endgültig sein. Zwischendurch kam ich auch mal auf die Idee, ob die Reederei vielleicht zwei Schiffe nur für Erwachsene auf den Markt bringt - aber nun sind doch schon die ersten Features für Kinder abzusehen auf dem noch namenlose Schiff Nummer acht.

Nun scheint es also eher die Internationalisierung zu sein, die dabei helfen soll, die kommenden gewaltigen Kapazitäten auch zu verkaufen - das war kürzlich im Fachmagazin FVW zu lesen. Besonders Gäste aus den Nachbarländern Niederlande, Belgien, Frankreich, Schweiz und Österreich sollen verstärkt angesprochen werden.

Im vergangenen Morrletter hatte ich ja vom missglückten Start der Explora 1 berichtet. Aufgrund von Problemen mit den Brandschutzzertifikaten bei verbauten Wandpaneelen konnte die Reederei das Schiff nicht von der Werft übernehmen. Aber unverhofft kommt oft: Am Donnerstag hat die Reederei das Schiff übernehmen können, so dass am 1. August offenbar tatsächlich die erste Reise mit zahlenden Gästen starten kann.

Und ich werde sogar vorher noch für zwei Nächte an Bord gehen - zwischen Southampton und Kopenhagen. Was das neue Produkt im Luxussegment taugt, kann ich danach mit Sicherheit noch nicht sagen, dafür sind zwei Nächte zu kurz. Aber zumindest das Schiff kann ich dann ganz gut zeigen - das geht ohne zahlende Gäste immer noch am Besten.

Bis in zwei Wochen - spätestens,
Matthias

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