Zurück zur Normalität?
10. Mai 2020
Ahoi, Ihr Lieben!
Knapp zwei Monate im Homeoffice sind für mich vorbei - seit dieser Woche sitze ich wieder an meinem Arbeitsplatz im Coworking Space in der Hamburger Innenstadt. Die Anzahl derjenigen, die hier im Moment arbeiten, ist sehr überschaubar. Sitze ich in einem großen Raum mit 40 Schreibtischen - von denen in normalen Zeiten selten mehr als 15 gleichzeitig besetzt sind - sind wir aktuell höchstens mal zu viert.
Wenn ich so überlege, dass das die vergangen Wochen nicht anders war - es eher noch leerer war - dann kann man natürlich diskutieren, warum ich überhaupt zu Hause geblieben bin. Aber gut - diese Phase ist nun erstmal vorbei. Endlich! Ich gehöre zu den Leuten, die im Homeoffice jetzt nicht unbedingt zur produktiven Hochform auflaufen - auch wenn das Arbeiten zu Hause durchaus Vorteile hat. Mir hat es zu Beispiel wesentlich besser gefallen täglich zu kochen, als in der Innenstadt mittags nach etwas Essbarem zu suchen.
Mein Büro befindet sich im siebten Stock eines Gebäudes direkt neben der Europa Passage — drei Stockwerke darunter befinden sich die Büros von Dreamlines, einem der größten Onlinereisebüros für Kreuzfahrten in Deutschland. Wenn ich im gläsernen Innenhof bin, kann ich in die Dreamlines-Büros schauen. Und da sehe ich in diesen Wochen in erster Linie leere Schreibtische.
Bietet das Unternehmen sonst sieben Tage die Woche telefonische Erreichbarkeit von früh bis spät, ist nun nur noch montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Vermutlich um Kosten zu sparen ist die Hotline nicht mehr unter einer kostenfreien 0800er-Nummer erreichbar, sondern unter einer Hamburger Ortsvorwahl. Klar, auch die Reisebüros leiden im Moment massiv. Kreuzfahrten werden kaum gebucht.
Mit dem täglichen Gang ins Büro geht es für mich wieder ein Stück Richtung Normalität - auch wenn aktuell noch nicht absehbar ist, wann Schiffsreisen wieder möglich sind. Nach Pfingsten glaubt nun zumindest A-Rosa auf den Flüssen wieder starten zu können - für den Hochseebereich heisst es weiter abwarten. Die meisten Termine, bis zu denen Reisen aktuell abgesagt werden, sind eher als Platzhalter zu verstehen. Dass ein Neustart der Kreuzfahrt kurzfristig möglich ist, glaubt kaum noch jemand.
Bis nächsten Sonntag - spätestens,
Matthias
Treibholz - Meine Fundstücke der Woche
Nach wie vor haben Kreuzfahrtschiffe, wo allenfalls noch Crewmitglieder an Bord sind, Häfen zum Anlegen zu finden. In der Karibik war vor allem Barbados "Helfer in der Not", wie Franz Neumeier schreibt. Warum der Inselstatt sich so Verhalten hat, lest Ihr hier.
Wer sich fragt, ob er in der aktuellen Lage günstig Aktien der Reedereien kaufen sollte (auch ich hatte ja neulich ein Video zum Thema gemacht), der findet auf FAZ.NET eine weitere Einschätzung: "Kreuzfahrt-Aktien sind hochriskant", heisst es hier.
Drei gedruckte Kreuzfahrtmagazine gibt es in Deutschland auf dem Markt, die am Kiosk verkauft werden - eines davon ist Azur. Wobei es die digitale PDF-Ausgabe sogar immer kostenlos gibt. In dieser Woche ist die aktuelle Ausgabe erschienen - u.a. mit Reportagen von Kreuzfahrten rund um die Seychellen oder der Antarktis.
Und noch ein Text auf Englisch. Für Verwirrung sorgte in dieser Woche eine Warnung an die Anleger der Norwegian Cruise Line Holding (mit den Marken NCL, Oceania Cruises und Regent Seven Seas), das Unternehmen könne die Corona-Pandemie nicht überstehen. Von zahlreichen Medien wurde diese Warnung falsch interpretiert, als stünde das Aus des Unternehmens kurz bevor. Nun muss man sagen, dass es natürlich irgendwie eine Plattitüde ist, dass die Gefahr besteht, dass Norwegian Cruise Line die Pandemie nicht überlebt. Denn Gleiches gilt für jede Reederei oder jeden Veranstalter - eine unendliche Zeit ohne Kreuzfahrten kann natürlich nicht überbrückt werden - irgendwann ist das Geld alle. CEO Frank del Rio stellte gegenüber der Agentur Reuters letztlich klar: Das Unternehmen könne immerhin 18 Monate ohne Einnahmen überleben.
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